Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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zu betteln, oder ihren Degen zu verkaufen, wa ſchlimmer iſt; doch Sie, der Sie nicht der Sohn Adeligen ſind, Sie verſtehen, wie ich vorausſetze, Handwerk? 4 Mein Herr, ich habe Ihnen bereits geſagt, ich ver⸗ ſtehe nichts, und dann muß ich Ihnen geſtehen, ich hege einen unüberwindlichen Abſcheu gegen jedes Geſchäft, das 3 den Körper zu harten, rohen Bewegungen zwingt. Ah! ſagte der Greis,Sie ſind alſo träge? Oh! nein, ich bin nicht träge; doch ſtatt mich an einem Werke arbeiten zu laſſen, wobei nur die koͤrperliche Stärke in Anſpruch genommen wird, geben Sie mir Bü⸗ cher, geben Sie mir ein halbſchwarzes Cabinet, und Sie werden ſehen, ob ich nicht meine Tage und Nächte in der Arbeit hinbringe, die ich gewählt. 8 Der Fremde ſchaute die zarten, weißen Hände des 4₰ jungen Mannes an und ſprach: Es iſt eine Vora isbeſtimmung, ein Inſtinkt. Ein ſolches Widerſtreben führt zuweilen zu ſchönen Reſultaten, aber man muß ihm eine gute Richtung geben. Doch wenn Sie nicht in einem Colleg geweſen ſind, ſo haben Sie wenigſtens eine Schule beſucht? Gilbert ſchüttelte den Kopf. 3 Sie koͤnnen leſen und ſchreiben?? 4 Meine Mutter hatte, ehe ſie ſtarb, Zeit, mich leſen zu lehren: arme Mutter! denn als ſie ſah, daß ich ſo ſchwächlichen Körpers war, ſagte ſie beſtändig:Das wird nie ein guter Arbeiter werden, man muß einen Prieſter oder einen Gelehrten aus ihm machen. Zeigte ich einen Widerwillen, ihre Lectionen anzuhören, ſo ſprach ſie zu mir:Lerne leſen, Gilbert, und Du wirſt nicht Holz ſpalten, Du wirſt nicht den Pflug führen, Du wirſt nicht Steine hauen. Und ich lernte. Doch leider konnte ich kaum leſen, als meine Mutter ſtarb. Und wer lehrte Sie ſchreiben? A Ich ſelbſt. 5 Sie ſelbſt?

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