Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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26 geſagt, es wachſen in dieſem Bezirke ſehr ſchöne Frauen⸗

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haare.*) Warten Sie, warten Sie, ich glaube ſo eben auf

einem Felſen geſehen zu haben, was Sie ſuchen. Fern von hier? Nein, dort, kaum fünfzig Schritte von hier. 4Aber woher wiſſen Sie, desß die Pflanzen, die Sie geſehen, Frauenhaare ſind 2

Ich bin in den Wäldern geboren, mein Herr; dann beſchäftigte ſich die Tochter desjenigen, bei welchem ich aufgezogen wurde, auch mit Botanik; ſie beſaß ein Kräuter⸗ buch und unter jeder Pflanze ſtand der Name derſelben von ihrer Hand geſchrieben. Ich ſchaute dieſe Pflanzen 4 und dieſe Schrift oft an, und es ſcheint mir, ich habe Mooſe, die ich nur unter dem Namen Felsmooſe kannte, unter dem von Frauenhaaren bezeichnet geſehen.. 4

Und Sie finden Geſchmack an der Botanik?

Ah! mein Herr, wenn ich Nicole ſagen hörte, Nicole war die Kammerfrau von Fräulein Andrée, wenn ich Nicole ſagen hörte, ihre Gebieterin ſuche verge⸗* bens irgend eine Pflanze in der Umgegend von Taverney, ſo bat ich Nicole, ſich nach der Form dieſer Pflanze zu erkundigen. Ohne zu wiſſen, daß ich dieſe Bitte gethan, zeichnete ſodann Fräulein Andrée die Pflanze mit vier Bleiſtiftzigen. Nicole nahm ſogleich die Zeichnung und brachte ſie mir. Dann lief ich durch Feld und Wieſen und Wald, bis ich die fragliche Pflanze gefunden. Hatte ich ſie gefunden, ſo hob ich ſie mit einem Spaten aus und verſetzte ſie in der Nacht mitten in den Raſen vor dem Schloſſe, ſo daß Fräulein Andrée, wenn ſie Morgens ſpazieren ging, einen Freudenſchrei ausſtieß und rief: Oh! mein Gott! wie ſeltſam iſt das, die Pflanze,

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welche ich überall geſucht habe, hier iſt ſie.

Der Greis ſchaute Gilbert aufmerkſamer an, als zu⸗ 6 I

vor, und hätte nicht Gilbert im Gedanken an das, was er

*) Zu den Farrenkräutern gehörige Pflanzen.