Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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einem Kinde ſpricht. Obgleich wir über Rouſſeau nicht einig geweſen ſind, liegt doch hinter der Milde Ihres Gei⸗ ſtes etwas Erhabenes, das den meinigen anzieht. Wenn ich mit Ihnen ſpreche, kommt es mir vor, als wäre ich in einem reichen Salon mit geſchloſſenen Läden, deſſen Reichthum ich jedoch trotz der Dunkelheit errathe. Es würde nur von Ihnen abhängen, in Ihr Geſpräch einen Lichtſtreif fallen zu laſſen, und ich wäre geblendet.

Aber Sie ſelbſt, Sie ſprechen mit einer gewiſſen Auswahl der Worte und Gedanken, welche glauben machen könnte, Sie hätten eine andere Erziehung genoſſen, als die von Ihnen zugeſtandene.

Das iſt das erſte Mal, mein Herr, und ich wundere mich ſelbſt über die Ausdrücke, in denen ich ſpreche; es gibt Worte, deren Bedeutung ich kaum kenne, und deren ich mich bediene, ohne ſie mehr als einmal gehört zu haben. Ich hatte ſie in den Büchern, die ich las, gefun⸗ den, aber ich hatte ihren Sinn nicht begriffen.

Sie haben viel geleſen?

Zu viel; aber ich werde wieder leſen.

Der Greis ſchaute Gilbert erſtaunt an.

Ja, ich habe Alles geleſen, was mir in die Hände gefallen iſt, oder vielmehr, gute und ſchlechte Bücher, ich habe Alles verſchlungen. Oh! wenn ich Jemand gehabt hätte, um mich in meiner Lecture zu führen, um mir zu ſagen, was ich vergeſſen, und was ich im Gedaͤchtniß be⸗ halten ſollte!... Doch verzeihen Sie, mein Herr, ich vergeſſe, daß, wenn Ihre Unterhaltung mir koſtbar iſt, dies nicht mit der meinigen ebenſo ſein muß; Sie ſammeln

ilbert machte eine Bewegung, um ſich zu entfernen,

doch mit dem lebhaften Verlangen, zurückgehalten zu werden.

er Greis, deſſen kleine, grane Augen auf ihn geheftet waren, ſchien dies im Grunde ſeiner Seele zu leſen.

Nein, ſagte er,meine Kapſel iſt beinahe voll und ich brauche nur noch einige Mooſe; man hat mir