Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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Ich habe jedoch in einer Zeitung geleſen, es ſei ein alter Schriftſteller Namens Tacitus von ihm überſetzt worden.

Weil er in ſeinem Stolze, ach! jeder Menſch iſt in gewiſſen Augenblicken ſtolz, weil er in ſeinem Stolze Alles unternehmen wollte; aber er ſagt ſelbſt in der An⸗ kündigung ſeines erſten Buches, des einzigen, das er über⸗

ſetzt, er verſtehe das Lateiniſche ziemlich ſchlecht, und Ta⸗ citus, der ein harter Lanzenbrecher iſt, ermüdete ihn bald. Nein, nein, guter junger Mann, trotz Ihrer Bewunderung gibt es keinen univerſellen Menſchen, und beinahe immer verliert man an Tiefe, was man an Oberfläche gewinnt. Es gibt keinen noch ſo kleinen Bach, der nicht unter einem Sturme überfließt und das Ausſehen eines Sees bekommt. Aber verſuchen Sie es, ihn ein Schiff tragen zu laſſen, und Sie werden bald die Tiefe berührt haben.

Und Ihrer Meinung nach iſt Rouſſeau einer von dieſen oberflächlichen Menſchen?

Ja, vielleicht bietet er eine Oberfläche, welche etwas hhedehute iſt, als die der anderen Menſchen, doch mehr nicht.

Viele Menſchen wären nach meiner Meinung glück⸗ lich, wenn ſie zu einer ſolchen Oberfläche gelangten.

Sprechen Sie für mich? fragte der Fremde mit

‚einer Treuherzigkeit, welche Gilbert auf der Stelle ent⸗ waffnete.

Ah! Gott behüte mich! rief der letztere,«es iſt mir zu ſüß, mit Ihnen zu plaudern, als daß ich Sie zu beleidigen ſuchen ſollte.

In welcher Hinſicht iſt Ihnen mein Geſpräch ange⸗ nehm? Laſſen Sie hören, denn ich kann nicht glauben, daß Sie mir für ein Stück Brod und für ein paar Kir⸗ ſchen ſchmeicheln wollen.

Sie haben Recht. Ich würde nicht für das Reich der Welt ſchmeicheln; aber hören Sie, Sie ſind der Erſte, der mit mir ohne Stolz, mit Güte geſprochen hat, wie man mit einem jungen Mann, und nicht wie man mit