23.
„Aber nicht wahr, man braucht viel Geld, um zu ſtudiren?“ 8
„Man braucht allerdings, doch nicht gerade viel.“
„Es iſt wahr,“ verſetzte Gilbert,„Jean Jacques Rouſſeau, der Alles weiß, hat um nichts ſtudirt.“
„Um nichts!“ ſagte der Greis mit einem traurigen Lächeln.„Oh! junger M nn, Sie nennen nichts, was Gott den Menſchen Koſtbarſtes gegeben hat: die Un⸗ ſchuld, die Geſundheit, den Schlaf; das hat den Genfer Philoſophen das Wenige gekoſtet, was ihm zu lernen ge⸗ lungen iſt.“
„Das Wenige!“ rief Gilbert beinahe entrüſtet.
„Allerdings; fragen Sie nach ihm, und hören Sie, was man Ihnen von ihm ſagen wird.“
„Vor Allem iſt er ein großer Muſiker.“
„Oh! weil der König Ludwig XV. mit Leidenſchaft: P'ai perdu mon serviteur,**) geſungen hat? das be⸗ weiſt nicht, daß der Devin du village**) eine gute Oper iſt.“
„Er iſt ein großer Botaniker. Hiefür ſprechen ſeine Briefe, von denen ich mir nie mehr als ein paar ver⸗ zettelte Blätter verſchaffen konnte; Sie müſſen das kennen Sie, der Sie Pflanzen in den Wäldern ſammeln?“
„Oh! man hält ſich für einen Botaniker und iſt häufig nur...“
„Vollenden Sie.“
„Nur ein Kräuterkenner.. und zwar...“
„Und was ſind Sie? Ein Kräuterkenner oder ein
Botaniker?“
„Oh! ein ſehr geringfügiger und unwiſſender Kräuter⸗ kenner den Wundern Gottes gegenüber, welche man die Pflanzen und die Blumen nennt.“
„Er verſteht das Lateiniſche.“
„Sehr ſchlecht.“
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*) Ich habe meinen Diener verloren 2½) Der Dorfwahrſager.


