Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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17 rade das Entgegengeſetzte meiner Natur, und ich befürchte nichts ſo ſehr, als läſtig zu ſein. Das habe ich noch ſo eben in Verſailles bewieſen.

Ah! Sie kommen von indem er Gilbert anſchaute.

Ja, mein Herr, antwort

Das iſt eine reiche Stadt, und man muß ſehr arm oder ſehr ſtolz ſein, um dort Hungers zu ſterben.

Ich bin das Eine und das Andere, mein Herr.

Sie haben Streit mit Ihrem Herrn gehabt? fragte ſchüchtern der Fremde, welcher Gilbert mit ſeinem forſchenden Blicke verfolgte, während er ſeine Pflanzen in ſeiner Kapſel ordnete.

Ich habe keinen Herrn.

Mein Freund, ſich den Kopf bedeckte müthige Antwort.

Sie iſt jedoch genau.

Nein, junger Mann, denn Jeder hat hienieden ſei⸗ nen Herrn, und derjenige verſteht den Stolz nicht richtig, welcher ſagt: Ich habe keinen Herrn.

Warum?

Ei, mein Gott, ja! alt oder jung, ſind wir insge⸗ ſammt dem Geſetze einer herrſchenden Gewalt unterworfen. Die Einen werden durch die Menſchen, die Andern durch die Principien beherrſcht, und die ſtrengſten Herren ſind nicht immer diejenigen, welche mit der Stimme oder der menſchlichen Hand befehlen oder ſchlagen.

Es mag ſein, verſetzte Gilbert:dann werde ich durch die Principien regiert. Ich geſtehe das zu. Die Principien ſind die einzigen Herren, welche ein denkender

eiſt ohne Scham zugeſtehen kann.

Und was ſind Ihre Principien? Laſſen Sie hören! Sie ſcheinen mir noch ſehr jung, mein Freund, um feſt⸗ geſtellte Principien zu haben?

Mein Herr, ich weiß, daß die Menſchen Brüder ſind, daß jeder Menſch bei ſeiner Geburt eine Summe Denkwürdigkeiten eines Arztes. III. 2

Verſailles? ſagte der Fremde,

ete der junge Mann.

entgegnete der Fremde, indem er mein Freund, das iſt eine zu hoch⸗