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wobei er brüderlich mit den Nothfinken und Grünlingen theilte, welche aus der Ferne gierig nach der Beute ſchauten, ſich auf dieſelbe ſtürzten, ſobald ſie ihnen preisgegeben wurde, und ſodann eiligſt in die Tiefe ihrer Gebüſche unter freudigem Gepiepe entflohen.
Von Zeit zu Zeit tauchte der Greis, der ihnen mit ſeinem zugleich ſanften und lebhaften Auge folgte, ſeine Hand in ein Sacktuch mit farbigen Vierecken, zog eine Kirſche hervor und genoß ſie zwiſchen zwei Biſſen Brod.
„Gut, hier finde ich, was ich brauche,“ ſagte Gilbert, indem er die Zweige auf die Seite ſchob und vier Schritte gegen den Einſamen that, der endlich aus ſeiner Träu⸗ merei erwachte.
Doch er hatte nicht das Drittel des Weges zurück⸗
gelegt, als er, die ſanfte, ruhige Miene dieſes Mannes ge⸗
wahrend, ſtehen blieb und ſeinen Hut abnahm.
Sobald der Greis bemerkte, daß er nicht allein war, warf er einen raſchen Blick auf ſein Gewand und auf ſeine Kapſel..
Er knöpfte das eine zu und ſchloß die andere.
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XLIII. Der Botaniker.
Gilbert faßte ſeinen Entſchluß und trat ganz nahe zu dem Unbekannten. Doch er öffnete zuerſt den Mund und that ihn wieder zu, ohne ein Wort hervorgebracht zu haben. Sein Entſchluß wankte; es kam ihm vor, als verlangte er ein Almoſen, und nicht als nähme er ein Recht in Anſpruch.
Der Greis bemerkte dieſe Schüchternheit; ſie ſchien ihn ſelbſt zu beruhigen, und er ſagte lächelnd, indem er ſein Brod auf den Baum legte:
„Sie wollen mit mir ſprechen, mein Freund?“
„Ja, mein Herr,“ antwortete Gilbert.
„Was wünſchen Sie?“


