10
Kaſtanienbäume und die ewige Eichelmaſt, welche ſich im Sande gefällt.
„Vorwärts, vorwärts,“ ſprach Gilbert zu ſich ſelbſt, „ich werde geraden Wegs nach Paris gehen. Ich kann drei bis vier Lieues, höchſtens fünf davon entfernt ſein; das iſt ein Marſch von zwei Stunden. Was liegt daran, daß man zwei Stunden mehr leidet, wenn man ſicher iſt, nachher nicht mehr zu leiden? In Paris hat Jedermann Brod, und der erſte Handwerksmann, dem ich begegne, wird mir, wenn er einen ehrlichen und arbeitſamen jungen Mann ſieht, Brod für Arbeit nicht verweigern. In einem Tag findet man in Paris das Mahl vom kommen⸗ den Tag, was brauche ich mehr? Nichts, wenn nur jeder kommende Tag mich größer macht, erhebt und dem Ziele nähert, das ich erreichen will.“
Gilbert verdoppelte ſeine Schritte; er wollte die Land⸗ ſtraße wieder erreichen, aber er hatte jedes Mittel ver⸗ loren, ſich zu orientiren. In Taverney und in allen Wal⸗ dungen der Umgegend kannte er den Oſten und den Weſten; jeder Sonnenſtrahl war für ihn eine Anzeige des Weges. In der Nacht war jeder Stern, ſo unbekannt er ihm auch unter ſeinem Namen Venus, Saturn oder Luci⸗ fer ſein mochte, ein Führer. Doch in dieſer neuen Welt kannte er ebenſo wenig die Menſchen, als die Dinge, und er mußte mitten unter den einen und den, andern ſeinen Weg auf den Zufall herumtappend finden.
„Zum Glück habe ich Pfähle geſehen, worauf die Straßen angezeigt ſind,“ ſagte Gilbert zu ſich ſelbſt.
Und er ging bis zu dem Kreuzwege, wo er dieſe Pfähle wahrgenommen hatte.
Es fanden ſich in der That drei Wege; der eine führte nach dem Marais⸗Jaune; der andere nach dem Champ⸗de⸗l Alouette; der dritte nach dem Trou⸗Salé.
Gilbert war etwas weniger vorgerückt als zuvor; er lief drei Stunden ohne aus dem Walde herauskommen zu können.
Der Schweiß rieſelte von ſeiner Stirne; zwanzigmal
—


