—
267
den Herrn Corrector der Pagen, der uns ganz und gar ergeben iſt.“
Gilbert zitterte und erbleichte.
„Gehen Sie alſo zu Seigneur Zamore,“ ſprach Chon mit ſtrenger Miene;„Sie werden ſich nicht ſchlecht dabei befinden; die Küche iſt gut, aber huten Sie ſich, undank⸗ bar zu ſein, denn man wird Sie Dankbarkeit lehren.“
Gilbert neigte das Haupt.
Er machte es immer ſo, wenn er, ſtatt zu antworten, zu handeln beſchloß.
Der Lackei, welcher Gilbert geholt hatte, wartete, als er hinausging. Er führte ihn in einen kleinen Speiſeſaal, der an das Vorzimmer ſtieß, in welchem er geweſen war. Zamore ſaß bei Tiſche.
Gilbert ſetzte ſich zu ihm, aber man konnte ihn nicht zwingen, zu eſſen.
Es ſchlug drei Uhr; Madame Dubarry reiſte nach Paris ab. Chon, welche ſpäter wieder mit ihr zuſammen⸗ treffen ſollte, gab Befehle, daß man ihren Bären fütterte. Viele gezuckerte Zwiſchengerichte, wenn er ein gutes Ge⸗ ſicht machte; viele Drohungen, gefolgt von einer Stunde Einſperrung, wenn er zu rebelliren fortfahren würde.
Um vier Uhr brachte man in das Zimmer von Gilbert die volländige Kleidung des Arztes wider Willen: eine ſpitzige Mütze, eine Perrücke, einen ſchwarzen Leibrock, und eine Robe von derſelben Farbe. Man hatte den Halskragen, den Stock und das dicke Buch beigefügt.
Der Lackei, der ihm dieſe ganze Fahrniß überbrachte, zeigte ihm einen nach dem andern alle dieſe Gegenſtände. Gilbert äußerte nicht die Abſicht, zu widerſtehen.
Herr Grange trat hinter dem Lackei ein und unter⸗ richtete ihn, wie er die verſchiedenen Gegenſtände des Co⸗ ſtume anzuziehen und zu benützen hätte: Gilbert hoͤrte ge⸗ duldig die ganze Auseinanderſetzung von Herrn Grange an und ſagte nur:
„Ich glaubte, die Aerzte hätten früher ein Schreib⸗ zeug und eine kleine Rolle Papier mit ſich getragen.“


