Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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haben nur einen Hofnarren, das iſt nicht genug, der Kö⸗ nig langweilt ſich, er braucht zwei.

Gut, rief Chon, er nimmt wieder ſeine lange Miene an.In der That, Sie machen ſich ſo häßlich, daß man ſein Vergnügen daran hat, mein kleiner Mann. Bewah⸗ ren Sie alle dieſe phantaſtiſchen Mienen für den Augen⸗ blick, wo die Perrücke auf Ihrem Kopf und der ſpitze Hut auf der Perrücke ſein wird; dann wird das, ſtatt häßlich zu ſein, komiſch werden.

Gilbert runzelte zum zweiten Male die Stirne.

Hoͤren Sie, ſprach Chon,Sie können den Poſten eines Arztes des Königs wohl annehmen, wenn der Herr Herzog von Tresmes ſich um den Titel eines Affen meiner Schweſter bewirbt.

Gilbert antwortete nichts. Chon wandte auf ihn das Sprüchwort an:Wer nichts ſagt, pflichtet bei.

Zum Beweiſe, daß Sie in Gunſt zu ſein anfangen, ſprach Chon,werden Sie nicht mit dem Geſinde eſſen. Ah! ich danke, Madame, antwortete Gilbert. gebenen⸗ ich habe bereits Befehl zu dieſem Behufe ge⸗

Und wo werde ich eſſen?

Sie werden den Tiſch von Zamore theilen.

Ich?

Allerdings, der Gouverneur und der Arzt des Kö⸗ nigs können wohl an einem Tiſche ſpeiſen. Eſſen Sie alſo mit ihm zu Mittag, wenn Sie wollen.

Ich habe keinen Hunger, antwortete Gilbert mit rohem Ton.

Sehr gut, erwiederte Chon ruhig,Sie haben jetzt keinen Hunger, aber Sie werden dieſen Abend Hun⸗ ger haben. 8

Gilbert ſchüttelte den Kopf. 8

Wenn nicht dieſen Abend, doch morgen oder über⸗ morgen. Ah! Sie werden ſich beſänftigen, Herr Rebell, und wenn Sie ſich zu ſchlimm benehmen, ſo haben wir