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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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Den Neger? verſetzte Gilbert mit einer tiefen Ver⸗ achtung g

Ja, den Neger.

Was kann ich mit ihm gemein haben?

Bemühen Sie ſich, daß es das Vermögen iſt, mein kleiner Freund. Dieſer Neger hat bereits zweitauſend Livres Rente auf die Kaſſe des Königs. Er wird zum Gouverneur des Schloſſes Luciennes ernannt, und derjenige, welcher über ſeine dicken Lippen und ſeine Farbe gelacht hat, wird ihn Monſieur und ſogar Monſdicnenr nennen.

Das werde ich nicht ſein, Madame, entgegnete Gilbert.

Ah! ich glaubte, es wäre eine der erſten Lehren der Philoſophen, alle Menſchen ſeien ſich gleich.

Gerabe deshalb werde ich Zamore nicht Monſeigneur nennen.

Chon war durch ihre eigenen Waffen geſchlagen. Sie biß ſich ebenfalls auf die Lippen.

Alſo ſind Sie nicht ehrgeizig? ſagte ſie.

Doch! antwortete Gilbert mit funkelnden Augen, im Gegentheil.

Und Ihr Ehrgeiz, wenn ich mich recht erinnere, be⸗ ſteht darin, daß Sie Arzt werden wollen.

Ich betrachte die Aufgabe, ſeinen Nebenmenſchen Hülfe zu leiſten, als die ſchönſte, die es in der Welt gibt.

Run, Ihr Traum ſoll verwirklicht werden.

Wie ſo?

Sie werden Arzt ſein, und zwar Arzt des Königs.

Ich! rief Gilbert,ich, der ich Räch einmal die erſten Begriffe von der Arzneikunde habe!... Sie ſpotten, Madame.

Ci! weiß Zamore, was ein Fallgatter, eine Con⸗ trescarpe iſt? Nein, wahrhaftig, er weiß es nicht, und kümmert ſich auch nicht darum. Deſſen ungeachtet wird er Gouverneur des Schloſſes Luciennes mit allen Privilegien, welche an dieſen Titel geknüpft, ſind.

Ahl ja, ja, ich begreife, ſagte Gilbert bitter,Sie