Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
Einzelbild herunterladen

262

Das heißt, Madame, derjenige, welcher Ihnen nicht den Tod verdankt.

Das iſt das Gleiche.

Nein, es iſt im Gegentheil ein großer Unterſchied.

Wie ſo?

Ich verdanke Ihnen nicht das Leben, Sie haben nur die Pferde verhindert, es mir zu nehmen, und nicht einmal Sie, ſondern der Poſtillon.

Chon ſchaute den kleinen Logiker, der ſo wenig mit den Ausdrücken feilſchte, ſcharf an und erwiederte dann, ihren Blick und ihren Ton mildernd:

Ich hätte ein wenig mehr Galanterie von Seiten eines Reiſegefährten erwartet, der ſo gut während der Fahrt meinen Arm unter einem Kiſſen und meinen Fuß unter ſeinem Knie zu finden wußte.

Chon war ſo herausfordernd mit dieſer Weichheit, mit dieſer Vertraulichkeit, daß Gilbert Zamore, den Schnei⸗ der und das Frühſtück, zu dem man ihn nicht eingeladen, vergaß.

Nun, nun, wir werden wieder artig, ſagte Chon, indem ſie das Kinn von Gilbert in ihre Hand nahm. Nicht wahr, Sie werden gegen Philipp von Taverney ſeugen?

POh! was das betrifft, nein, nie!

Und warum nicht, Halsſtarriger?

Weil der Herr Vicomte Jean Unrecht gehabt hat.

Und worin hat er Unrecht gehabt?

Darin, daß er die Dauphine beleidigte, während im Gegentheil Herr Philipp von Taverney....

Nun?

Recht hatte, indem er ſie vertheidigte.

Ah! wir ſind auf Seiten der Dauphine, wie es ſcheint?

Nein, auf Seiten der Gerechtigkeit.

Sie ſind ein Narr, Gillbert, ſchweigen Sie, damit man Sie nicht ſo im Schloſſe reden hört.

R