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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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Ich räche mich nicht, oder ich räche mich ſelbſt, Madame.

Sehr gut, aber wir hegen auch einen Groll gegen die Taverney. Da dies bei Ihnen ebenfalls ſo iſt, und Sie vielleicht mehr als einen Grund zur Klage haben, ſo ſind wir natürlich Verbündete.

Sie täuſchen ſich, Madame, meine Art, mich zu rächen, kann keine Beziehung zu der Ihrigen haben, denn ſie ſprechen von den Taverney im Allgemeinen, und ich laſſe verſchiedene Nuancen in den verſchiedenen Gefühlen bei meinem Verhältniſſe zu ihnen zu.

Und Herr Philipp von Taverney zum Beiſpiel, iſt er in den duͤſteren Nuancen, oder in den freundlichen 2

Ich habe nichts gegen Herrn Philipp. Herr Philipp hat mir weder Gutes noch Boͤſes gethan. Ich liebe ihn nicht und haſſe ihn nicht; er iſt mir völlig gleichgültig.

Sie würden alſo vor dem König oder vor Herrn von Cheiſeul nicht gegen Herrn Philipp von Taverney zeugen?

1In welcher Hinſicht?

Wegen ſeines Duells mit meinem Bruder?

Ich würde ſagen, was ich weiß, Madame, wenn ich zum Zeugen berufen wäre.

Und was wiſſen Sie?

Die Wahrheit.

Was nennen Sie die Wahrheit? Das iſt ein ſehr elaſtiſches Wort.

Nie für denjenigen, welcher das Gute vom Boͤſen, das Gerechte vom Ungerechten zu unterſcheiden weiß.

Ich begreife: das Gute iſt Herr Philipp von Ta⸗ verney, das Böſe der Herr Vicomte Dubarry.

Ja, Madame, meiner Anſicht nach und nach meinem Gewiſſen wenigſtens.

Das habe ich auf dem Wege aufgeleſen! ſagte Chon mit einer gewiſſen Bitterkeit;ſo belohnt mich der⸗ jenige, welcher mir das Leben zu verdanken hat!

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