Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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ſehr ärmlich gekleidet neben dieſen von Gold und Ordens⸗ bändern bedeckten Herren; ſehr klein neben den Schweizern, ſehr wankend, wenn er mit ſeinen mit Eiſen beſchlagenen Schuhen auf den Moſaikboͤden und auf den abgeriebenen und gewichſten Marmorplatten der Gallerien gehen mußte.

Dann fühlte er, daß die Unterſtützung ſeiner Be⸗ ſchützerin unerläßlich für ihn war, um etwas aus ihm zu machen. Er näherte ſich ihr, damit die Wachen ſähen, er käme mit ihr. Aber gerade daß ihm Mademoiſelle Chon nothwendig war, konnte er ihr nicht verzeihen.

Wir wiſſen bereits, denn wir haben es früher ge⸗ ſehen, daß Madame Dubarry in Verſailles ſchöne Gemä⸗ cher bewohnte, welche einſt Madame Adelaide bewohnt hatte. Das Gold, der Marmor, die Wohlgerüche, die Teppiche, die Spitzen berauſchten Anfangs Gilbert, eine durch Inſtinkt ſinnliche Natur, einen durch den Willen philoſophiſchen Geiſt, und erſt nachdem er ſeit geraumer Zeit da war, bemerkte er, zuvor in die innere Betrach⸗ tung der vielen Wunder verſunken, die ſeinen Geiſt ge⸗ blendet hatten, daß er ſich in einer mit Sarſche ausge⸗ ſchlagenen kleinen Manſarde befand, daß man ihm Fleiſch⸗ brühe, den Reſt von einer Hammelskeule und einen Topf Créme vorgeſetzt, und daß der Diener, der ihm dies vor⸗ ſetzte, mit dem Tone eines Gebieters geſagt hatte:Bleiben Sie hier! wonach er ſich zurückgezogen.

. Ein letzter Winkel des Gemäͤldes, es war allerdings

der herrlichſte, hielt ihn indeſſen noch unter dem Zauber. Man hatte ihn zwar unter dem Dache einquartiert; doch von dem Fenſter ſeiner Manſarde aus ſah er den ganzen Park von Marmor überſchmelzt; er erblickte die Waſſer, bedeckt mit jener grünlichen Kruſte, welche die Vernach⸗ läſſigung über ſie ausgebreitet, und jenſeits der Waſſer die Gipfel der Bäume, zitternd wie die Wellen des Oceans, die buntſcheckigen Ebenen und die blauen Horizonte der benachbarten Berge. Das Einzige, an was Gilbert in dieſem Augenblick dachte, war, daß er wie die erſten Her⸗ ren Frankreichs, ohne ein Höfling oder ein Lackei zu ſein,