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Nach dem Dauphin kamen ſeine zwei Brüder, nach den zwei Brüdern die drei Töchter des Königs.
Die Frau Dauphine fand ein artiges Wort für jeden von den drei Prinzen, für jede von den drei Prinzeſſinnen.
Während dieſe Vorſtellungen ihren Gang nahmen, ſtand Madame Dubarry, voll Angſt wartend, hinter den Prinzeſſinnen. Sollte ſie berückſichtigt, ſollte ſie vergeſſen werden?
Nach der Vorſtellung von Madame Sophie, der letz⸗ ten der Töchter des Königs, trat eine Pauſe von einem Augenblick ein, während deſſen jeder Athem keuchte.
Der König ſchien zu zögern, die Dauphine ſchien ein neues Ereigniß zu erwarten, auf das man ſie zum Vor⸗ aus aufmerkſam gemacht.
Der König ſchaute umher, erblickte die Gräfin in ſeinem Bereiche und nahm ſie bei der Hand.
Jedermann trat bei Seite. Der König befand ſich mitten in einem Kreiſe mit der Dauphine.
„Die Frau Gräfin Dubarry, meine beſte Freundin,“ ſagte er.
Die Dauphine erbleichte, aber das anmuthigſte Lä⸗ cheln umſpielte ihre blaſſen Lippen, und ſie erwiederte:
„Eure Majeſtät iſt ſehr glücklich, eine ſo reizende Freundin zu beſitzen, und ich wundere mich nicht über die Zuneigung, welche ſie einzuflößen vermag.“
Alle Welt ſchaute ſich mit einem Erſtaunen an, das beinahe zur Betäubung wurde. Die Dauphine befolgte offenbar die Inſtructionen des öſterreichiſchen Hofes und wiederholte wahrſcheinlich die ihr von Maria Thereſia vor⸗ geſchriebenen Worte.
Herr von Choiſeul glaubte auch, ſeine Gegenwart wäre nothwendig. Er ſchritt hinzu, um ebenfalls vorge⸗ ſtellt zu werden; doch der König machte ein Zeichen mit dem Kopf, die Trommeln raſſelten, die Trompeten erklan⸗ gen, die Kanonen donnerten.
Der König nahm die junge Prinzeſſin bei der Hand, um ſie nach ſeinem Wagen zu führen; ſie ging ſo gelei⸗


