24
„Nun, ich will es Ihnen ſagen, wer in dieſem Fiacre war,“ verſetzte die Favoritin;„es war die Herzo⸗ gin von Grammont.“
„Die Herzogin von Grammont!“ rief der Polizei⸗ lieutenant.
„Ja, die Herzogin von Grammont, welche Sie bat, ihr Eintritt in das Gemach des Königs zu verſchaffen.“
„Meiner Treue, Madame, ich lege mein Portefeuille in Ihre Hände,“ rief Herr von Sartines mit einer Bewe⸗ gung der Unruhe.„Ich bin es nicht mehr, der die Po⸗ lizei ausübt, Sie ſind es.“
„In der That, Herr von Sartines, ich habe die mei⸗ nige, wie Sie ſehen; alſo nehmen Sie ſich in Acht! Ja, ja! die Herzogin von Grammont in einem Fiarre um Mitternacht mit dem Herrn Polizeilieutenant, und zwar in einem Fiacre, der im Schritt fährt! Wiſſen Sie, was ich ſogleich thun ließ?“
„Nein, aber ich habe eine furchtbare Angſt. Zum Glück war es ſehr ſpät.“
„Gleichviel, die Nacht iſt die Zeit der Rache.“
„Und was haben Sie gethan, laſſen Sie hören?“
„So wie ich meine geheime Polizei habe, ſo habe ich auch meine gewöhnliche Literatur, abſcheuliche Burſche, ſchmutzig wie die Lumpen und ausgehungert wie die Wieſel.“
„Sie füttern ſie alſo ſehr ſchlecht?“
„Ich füttere ſie gar nicht; wenn ſie fett würden, ſo würden ſie auch dumm wie Herr von Soubiſe; das Fett verzehrt bekanntlich die Galle.“
„Fahren Sie fort, Sie machen mich beben.“
„Ich dachte an alle die Bosheiten, die Sie die Choiſeul gegen mich begehen laſſen. Das reizte mich, und ich gab meinen Apollo's folgende Programme: 1) Herr von Sartines beſucht als Procurator verkleidet in der Rue de l'Arbre⸗Sec, im vierten Stocke, eine junge Unſchuldige, welcher er eine elende Summe von dreihun⸗
V
—
——
..——.,


