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„In Wien.“
„Somit beſorgen Sie nicht nur die Polizei von Paris, ſondern auch die der fremden Höfe?“
„In meinen verlorenen Augenblicken, ja, Madame.“
„Gut, ich merke mir das. Und was haben Sie ge⸗ than, nachdem Sie den Courrier abgefertigt?“
„Ich war in der Oper.“
„Um die kleine Guimard zu ſehen? Armer Soubiſe!“
„Nein, um einen berüchtigten Beutelſchneider verhaf⸗ ten zu laſſen, den ich ruhig ließ, ſo lange er ſich nur an Generalpächter hielt, der aber die Frechheit gehabt hatte, ſich an mehrere vornehme Herren zu adreſſiren.“
„Mir ſcheint, Sie hätten ſagen ſollen, der die Un⸗ geſchicklichkeit hatte, Herr Lieutenant. Und nach der Oper?“
„Nach der Oper?“
„Ja. Nicht wahr, was ich Sie frage, iſt ſehr in⸗ diseret?“.
„Nein. Nach der Oper... Warten Sie, daß ich mich erinnere.“
„Ahl es ſcheint, hier verläßt Sie das Gedächtniß.“
„Nein. Nach der Oper. Ahl ich habe es.“
„Gut.“
„Ich begab mich zu einer gewiſſen Dame, die ein Spielhaus unterhält, und führte ſie ſelbſt nach dem Fort⸗
l'Evoéque.“
„In Ihrem Wagen?“
„Nein, in einem Fiacre.“
„Hernach?“
„Wie, hernach? das iſt Alles.“
„Nein, das iſt nicht Alles.“
„Ich ſtieg wieder in meinen Fiacre.“
„Und wen trafen Sie in Ihrem Fiacre?“
Herr von Sartines erröthete.
„Ah!“ rief die Gräfin, ihre kleinen Hände an ein⸗ ander ſchlagend,„ich habe alſo das Glück gehabt, einen Polizeilieutenant erröthen zu machen.“ „Madame...“ ſtammelte Herr von Sartines.


