Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
Einzelbild herunterladen

Die Frau Gräfin fragt dies? Bei Gott! hören Sie doch, Dorée, die Dauphine naht, und es wäre nicht zu ſtaunen, wenn man mich wegen dieſer Sonne verließe. Ich bin nur ein armes, kleines Geſtirn... Sprechen Sie, wer iſt da?

Herr von Aiguillon, der Herr Prinz von Soubiſe, Herr von Sartines, der Herr Präſident Maupeou.

Und der Herr Herzog von Richelieu?

Er iſt noch nicht erſchienen.

Weder heute noch geſtern! ich ſagte es wohl, Dorée. Er befürchtet, ſich zu gefährden. Sie ſchicken meinen Läufer in das Hotel du Hanovre und laſſen ſich erkundi⸗ gen, ob der Herzog krank iſt..

Ja, Frau Gräfin. Wird die Frau Gräfin Alle zugleich empfangen, oder Privataudienz geben?

Privataudienz. Ich muß mit Herrn von Sartines ſprechen, laſſen Sie ihn allein eintreten.

Der Beſehl war kaum von der Kammerfrau der Gräfin an einen großen Lackei übertragen, der ſich in dem Corridor befand, welcher von den Vorzimmern in das Gemach der Gräfin führte, als der Polizeilieutenant, die Strenge ſeiner grauen Augen und die Steifheit ſeiner dünnen Lippen durch ein Lächeln von den erfreulichſten Auſpicien mäßigend, im Vorzimmer erſchien.

Guten Morgen, mein Feind, ſagte ohne ihn anzu⸗ ſchauen die Gräfin, die ihn in ihrem Spiegel erblickte.

Ich, Ihr Feind, Madame?

Allerdings, Sie. Die Welt theilt ſich für mich in zwei Klaſſen von Perſonen, in Freunde und Feinde. Ich laſſe die Gleichgültigen nicht zu, oder ich ſetze ſie in die Klaſſe meiner Feinde.

Und Sie haben Recht, Madame; doch ſagen Sie mir, wie ich es trotz meiner bekannten Ergebenheit für Sie verdient habe, in die eine oder die andere von dieſen zwei Klaſſen eingereiht zu werden? 1

Dadurch, daß Sie eine ganze Welt von kleinen Verſen, Pamphleten, Libellen, welche gegen mich gerichtst

1