Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 5.-8. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
Einzelbild herunterladen

10

Wenn Sie eine Sekunde zögern, mein Herr, ver⸗ ſetzte Philipp, während er mit ſeiner linken Hand den Schlag ſich zu ſchließen verhinderte,ſo gebe ich Ihnen mein Ehrenwort, daß ich Ihnen meinen Degen durch den Leib denne.

Und er zog ſeinen Degen mit ſeiner rechten freige⸗ bliebenen Hand.

Ah, mein Gott! rief Chon,das iſt ein Mord! verzichte auf die Pferde, Jean, verzichte darauf.

Ah! Sie bedrohen mich, grinſte der Vicomte außer ſich, und ergriff ebenfalls ſeinen Degen, den er auf den Vorderſitz gelegt hatte.

Und auf die Drohung wird die That folgen, wenn Sie nur eine einzige Minute zögern, hören Sie? ſprach der junge Mann, und ließ ſeinen Degen ziſchen.

Wir werden nie von der Stelle kommen, wenn Du dieſen Officier nicht auf eine ſanfte Weiſe zu faſſen weißt, flüſterte Chon in das Ohr von Jean.

Weder Sanftmuth, noch Gewalt können mich in meiner Pflicht aufhalten, ſprach Philipp mit einer höf⸗ lichen Verbeugung, denn er hatte die Ermahnung der jungen Frau gehört;rathen Sie alſo dieſem Herrn Ge⸗ horſam, oder ich werde mich im Namen des Königs, den ich vertrete, genöthigt ſehen, ihn zu tödten, wenn er ſich mit mir ſchlagen will, und ihn zu verhaften, wenn er ſich deſſen weigert.

Und ich ſage, daß ich Ihnen zum Trotz abrei⸗ ſen werde, brüllte der Vicomte und ſprang aus dem Wagen, während er mit derſelben Bewegung ſeinen De⸗ gen zog. Das werden wir ſehen, mein Herr, ſagte Philipp⸗ während er ſich auslegte und das Eiſen band;ſind Sie bereit? 3 Mein Lieutenant, ſprach der Wachtmeiſter, der unter Philipp commandirte,ſechs Mann von der Escorte, mein Lieutenant, ſoll ich? 3

Ruhren Sie ſich nicht, mein Herr, ſagte der Lieu⸗