Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 1.-4. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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Befürchtet Madame nicht, der Wagen könnte brechen?

Ich befürchte nichts. Bricht die Chaiſe, ſo ſetze ich meinen Weg zu Pferde fort.

Und der Wagen wandte ſich rechts, verließ die Haupt⸗ ſtraße, gelangte auf einen Seitenweg mit tiefen Fahr⸗ geleiſen, und folgte einem Flüßchen mit bleichem Waſſer, baaſ zwiſchen Lachauſſee und Mutigny in die Marne wirft.

Der Poſtillon hielt Wort, er that Alles, was Men⸗ ſchen möglich, um die Chaiſe zu zerbrechen, aber auch um anzukommen.

Zwanzigmal wurde Gilbert auf ſeine Gefährtin ge⸗ merſen, welche auch zwanzigmal in die Arme von Gilbert fiel.

Dieſer wußte artig zu ſein, ohne läſtig zu werden. Er wußte ſeinem Mund zu befehlen, nicht zu lächeln, während ſeine Augen der jungen Frau ſagten, ſie ſei ſehr hübſch.

Die Vertraulichkeit entſteht raſch aus Stößen und aus der Einſamkeit. Nachdem man zwei Stunden auf dem Seitenwege gefahren war, kam es Gilbert vor, als kenne er ſeine Gefährtin ſeit zehn Jahren, und die junge Frau hätte geſchworen, ſie kenne Gilbert ſeit ſeiner Geburt.

Gegen eilf Uhr erreichte man wieder die Hauptſtraße von Vitry nach Chalons. Ein Courrier, den man be⸗ fragte, gab zur Antwort, die Dauphine frühſtücke nicht nur in Vitry, ſondern ſie habe ſich ſo müde gefühlt, daß ſie ein paar Stunden ruhen werde. Er fügte bei, man habe ihn auf die nächſte Station vorausgeſchickt, um die Vorſpannbeamten außzufordern, ſich gegen drei oder vier Uhr Nachmittags bereit zu halten. 3

Dieſe Nachricht erfüllte die Reiſende mit Freude, ſie gab dem Poſtillon die zwei verſprochenen Lonis d'or und ſagte, ſich gegen Gilbert wendend:

Ahl bei meiner Treue, wir werden auf der nächſten Station auch zu Mittag ſpeiſen.