Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 1.-4. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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259 . 5ä . ℳ Sobald das Zwiegeſpräch mit dem Poſtillon beendigt 5 war, kehrte die Reiſende zu Gilbert zurück, deſſen Para⸗ doren, Ungereimtheiten und Sentenzen ſie ungemein be⸗

luſtigten..

Nur von Zeit zu Zeit unterbrach ſie ſich mitten in einem Gelächter, das durch irgend eine auf eine Meile nach Scheinphiloſophie riechende Antwort hervorgerufen wurde, um nach der Straße hinaus zu ſchauen. Wenn dann ihr Arm das Geſicht von Gilbert ſtreifte, wenn ihr rundes Knie an die Seite ihres Gefährten drückte, ergötzte ſich die Reiſende, die Röthe der Wangen des zukünftigen Arztes mit ſeinen geſenkten Augen contraſtiren zu ſehen.

So legte man ungefähr eine Lieue zurück. Plötzlich ſtieß die junge Frau einen Freudenſchrei aus und warf ſich mit ſo wenig Zurückhaltung auf den Vorderſitz, daß ſie diesmal Gilbert ganz und gar mit ihrem Leibe be⸗ deckte.

Sie hatte die letzten Fourgons des Gefolges erblickt, welche mühſam einen langen Abhang hinanfuhren, auf dem ſich zwanzig Carroſſen aufreihten, aus denen die Rei⸗ ſenden beinahe insgeſammt ausgeſtiegen waren.

Gilbert machte ſich von den Falten des großgeblüm⸗ ten Kleides los, ſchlüpfte mit ſeinem Kopfe unter einer Schulter durch, kniete ebenfalls auf den Vorderſitz und ſuchte mit glühenden Augen Fräulein von Taverney mit⸗ ten unter dieſen anſteigenden Pygmäen.

Er glaubte Nicole an ihrer Haube zu erkennen. 4

„Dort ſind ſie, Madame,“ ſagte der Poſtillon,„was ſoll ich nun thun?“ 1 „ Ihr müßt an Allem dem vorüberfahren“

„An Allem dem vorüberfahren, Madame? unmöglich. Man fährt nicht an der Dauphine vorüber.“

„Warum?“

„Weil es verboten iſt. Peſt! an den Pferden des Königs vorüberfahren! ich käme auf die Galeeren.“

„Höret, Freund, ordnet das, wie Ihr wollt, aber ich muß ſie überholen.“

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