Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 1.-4. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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Die junge Dame erkundigte ſich. Die Dauphine war vor einer Viertelſtunde vorübergekommen; ſie mußte in Vitry anhalten, um friſche Pferde zu nehmen und zu frühſtücken.

Deer neue Poſtlllon ſetzte ſich in den Sattel.

Die junge Dame ließ ihn im gewöhnlichen Gange aus dem Dorfe fahren; als man aber in einiger Entfer⸗ nung von dem letzten Hauſe angelangt war, ſagte ſie:

„Poſtillon, macht Ihr Euch anheiſchig, die Wagen der Frau Dauphine einzuholen?“

„Gewiß.“

„Ehe ſie in Vitry ſind?“

„Teufel! ſie fuhren in ſtarkem Trab.“

„Mir ſcheint, wenn wir im Galopp fahren würden?“

Der Poſtillon ſchaute ſie an.

„Dreifache Trinkgelder!“ rief ſie.

„Sie hätten mir das ſogleich ſagen müſſen,“ erwie⸗ derte der Poſtillon,„wir wären bereits eine Viertelslieue

voon hier.“

„Hier iſt ein Sechs⸗Livres⸗Thaler auf Abſchlag; brin⸗ gen wir die verlorene Zeit wieder ein.“

Der Poſtillon neigte ſich rückwärts, die junge Dame vorwärts, ihre Hände kamen endlich zuſammen und der Thaler ging von der Hand der Reiſenden in die des Poſtillon über.

Die Pferde erhielten ihren Gegenſchlag. Die Chaiſe flog ſchnell wie der Wind fort. 3

Während des Umſpannens war Gilbert ausgeſtiegen

unnd hatte ſein Geſicht und ſeine Hände an einem Brun⸗

nen gewaſchen: ſein Geſicht und ſeine Hände gewannen viel dabei; dann hatte er auch ſeine prächtigen Haare gekämmt.

„In der That,“ ſagte die junge Frau in ihrem In⸗ nern,„in der That, er iſt nicht zu häßlich für einen zu⸗ künftigen Arzt.“

Und ſie lächelte, während ſie ihn anſchaute.

Gilbert erröthete, als wüßte er, was ſeine Reiſege⸗

3* fährtin lächeln machte.