Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 1.-4. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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zu enthüllen, was Ihr geſehen oder gethan, geleſen oder eehört, erfahren oder errathen habt, und ſogar das, was ſich Euren Augen nicht bieten würde, zu erforſchen und zu erſpähen.“

Der Präſident ſchwieg und der Unbekannte wieder⸗ holte die Worte, die er gehört hatte.

Dann fuhr der Präſident, ohne den Ton zu ver⸗

ändern, fort:

„Ehret und achtet die Aqua Tofana als ein ra⸗ ſches, ſicheres, nothwendiges Mittel, um die Erde durch den Tod oder durch die Verblödung derjenigen zu reini⸗ gen, welche die Wahrheit zu erniedrigen oder unſern Händen zu entreißen ſuchen.“ 4

Ein Echo hätte nicht getreuer dieſe Worte wiederge⸗ geben, als es der Unbekannte that; der Präſident fuhr

rt:

„Flieht Spanien, flieht Neapel, flieht jedes verfluchte Land, flieht die Verſuchung, irgend etwas von dem, was Ihr hören oder ſehen werdet, zu enthüllen, denn der Blitz trifft nicht raſcher, als Euch, wo Ihr auch immer ſein

möget, das unſichtbare und unvermeidliche Meſſer errei⸗

chen wird.

„Lebet im Namen des Vaters, des Sohnes und des

heiligen Geiſtes.“

Trotz der Drohung, welche dieſe letzten Zeilen ent⸗

hielten, war es unmöglich, eine Bewegung auf dem Antlitz

des Unbekannten wahrzunehmen, der das Ende des Schwu⸗

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res und die Anrufung, die ihm folgte, mit eben ſo ruhi⸗

gem Tone ausſprach, als er den Anfang geſprochen hatte. „Und nun umhüllt die Stirne des Aufzunehmenden

mit der heiligen Binde,“ ſagte der Präſident.

ggwei Geſpenſter näherten ſich dem Unbekannten; die⸗ ſer neigte das Haupt, und eines von ihnen legte auf ſeine Stirne ein aurorfarbiges Band, das mit ſilbernen Charak⸗ teren beladen war, unter denen das Bild von Unſerer Lieben Frau von Loretto ſichtbar wurde; das andere Ge⸗

ſpenſt knüpfte hinter ihm die zwei Enden unten am Halſe.

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