—õuXNSRn NR
17
„Dreihundert,“ antworteten die Geſpenſter mit einer Stimme, welche im Saale donnerte und ſich heinahe in demſelben Augenblick an dem Leichenbehänge der Wände brach.
„Dreihundert, von denen jeder zehntauſend Verbün⸗ dete vertritt,“ ſagte der Präſident,„dreihundert Schwerter, welche ſo viel werth ſind, als drei Millionen Dolche.
Dann ſich an den Reiſenden wendend fragte er:
„Was verlangſt Du?“
„Das Licht zu ſehen,“ antwortete dieſer.
„Die Pfade, welche auf den Feuerberg führen, ſind rauh und hart; fürchteſt Du Dich nicht, dieſelben zu be⸗ treten?“
„Ich fürchte nichts.“
„Haſt Du einmal einen Schritt vorwärts gemacht, ſo iſt es Dir nicht mehr geſtattet, umzukehren. Be⸗ denke dies.“
„Ich werde nur ſtille ſtehen, wenn ich das Ziel be⸗ rührt habe.“
„Biſt Du bereit, zu ſchwören?“
„Sprecht mir den Schwur vor und ich werde ihn wiederholen.“.
Der Präſident erhob die Hand und ſprach mit lang
ſamem, feierlichem Tone folgende Worte:
„Im Namen des gekreuzigten Sohnes ſchwöret, die fleiſchlichen Bande zu brechen, welche Euch noch an Va⸗ ter, Mutter, Brüder, Schweſtern, Frau, Verwandte, Freunde, Geliebtinnen, Könige, Wohlthater und an irgend ein Weſen binden, dem Ihr Treue, Gehorſam, Dankbar⸗ keit oder Dienſtbarkeit gelobt habt.“
Der Reiſende wiederholte mit feſter Stimme die Worte, die ihm von dem Praſidenten vorgeſprochen wur⸗ den, welcher zum zweiten Paragraphen des Schwures überging und gleich langſam und feierlich fortfuhr:
„Von dieſem Augenblicke an ſeid Ihr von dem dem Vaterlande und den Geſetzen geleiſteten angeblichen Eide frei; ſchwöret alſo dem neuen Haupte, das Ihr anerkennt,
Denkwurdigkeiten eines Arztes. I. 2


