Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 1.-4. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
Einzelbild herunterladen

Der Reiſende verbeugte ſich ohne zu ſprechen.

Aber wenn Du Furcht haſt, ſagte eine dritte Stimme, welche, wie die von Hamlets Vater aus den Eingeweiden der Erde zu kommen ſchien,wenn Du Furcht haſt, ſo kehre zurück, Du wirſt dadurch bezeichnen, daß Du Verzicht leiſteſt, und man läßt Dich zurüͤckkehren, wo⸗ hin Du willſt.

Der Reiſende beſchränkte ſich darauf, eine Geberde mit der Hand zu machen, und ſetzte ſeinen Weg fort.

Die Nacht war ſo finſter und der Wald ſo dicht, daß der Reiſende trotz des Scheines, der ihn leitete, nur

eine Stunde, und der Reiſende folgte ihr, ohne ein Mur⸗ ren hören zu laſſen, ohne ein Zeichen der Furcht von ſich zu geben.

PKlötzlich verſchwand ſie.

Der Reiſende war außerhalb des Waldes. Er ſchlug die Augen auf; durch das düſtere Azur des Himmels fun⸗ kelten einige Sterne.

Er marſchirte in der Richtung weiter, in der das Licht verſchwunden war; aber bald ſah er, daß ſich eine Ruine, das Geſpenſt eines alten Schloſſes, vor ihm erhob.

Zu gleicher Zeit ſtieß ſein Fuß an Trümmer.

Alsbald klebte ſich ein eiſiger Gegenſtand an ſeine Schläfe und vermauerte ſeine Augen. Von da an ſah er nicht einmal mehr die Finſterniß.

Eine Binde von benetzter Leinwand umſchloß ſeinen Kopf. Es war ohne Zweifel eine verabredete Sache, we⸗ nigſtens war es eine Sache, die er erwartete, denn er verſuchte es nicht, die Binde aufzuheben; er ſtreckte nur ſchweigend die Hand aus, wie es ein Blinder thut, der nach einem Führer verlangt. 4

Dieſe Geberde wurde begriffen, denn in demſelben Augenblick klammerte ſich eine kalte, trockene, knochige Hand an die Finger des Reiſenden an.

Er erkannte, daß es die fleiſchloſe Hand eines Skelet⸗

ſtrauchelnd vorrückte. Die Flamme marſchirte ungefähr

tes warz wäre aber dieſe Hand mit Gefühl begabt ge⸗