4½ 15
weſen, ſo würde ſie erkannt haben, daß die ſeinige nicht itterte. 5 1 Dann fühlte ſich der Reiſende raſch durch einen Raum von ungefähr hundert Klaftern ſortgezogen.
Plötzlich verließ die Hand die ſeinige, die Binde flog von ſeiner Stirne, und der Unbekannte blieb ſtehen: er war auf dem Gipfel des Donnersbergs angelangt.
II.
7 Ich bin, der ich bin.
4
Mitten in einer Lichtung, welche durch das Alter kahl gewordene Birken bildeten, erhob ſich das Erdgeſchoß von einem jener in Trümmer liegenden Schlöſſer, welche die Feudalherren einſt in Europa umher bei der Rückkehr von den Kreuzzügen ausſtreuten.
Die Vorhallen mit ihren ſchönen Zierrathen von ge⸗ diegener Bildhauerarbeit, welche in jeder Höhlung, ſtatt der verſtümmelten und an den Fuß der Mauer geſtürzten Statue, ein Buſchwerk von Heidekraut oder wilden Blu⸗ men verbargen, hoben von einem bleichen Himmel ihre
durch den Einſturz ausgezackten Gewölbe ab.
Als der Reiſende die Augen öffnete, ſah er ſich vor den feuchten, mooſigen Stufen des Hauptſäulenganges; auf der erſten von dieſen Stufen ſtand aufrecht das Ge⸗ denſ mit der knochigen Hand, das ihn hierher geführt atte. Ein langes Schweißtuch umhüllte daſſelbe vom Kopf bis zu den Füßen; unter den Falten des Tuches funkelten ſeine Augenhöhlen ohne Blick, ſeine fleiſchloſe Hand war ggeegen das Innere der Ruine ausgeſtreckt und ſchien dem Rieeiſenden als Ziel ſeines Ganges einen Saal anzudeuten, deſſen Erhöhung über dem Boden die inneren Theile ver⸗ barg, während man in ſeinen eingeſunkenen Gewölben ein
dumpfes, geheimnißvolles Licht zittern ſah.


