Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 1.-4. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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mittlerem Wuchſe, aber ſo bewunderungswürdig gebaut, daß man zugleich die Kraft und die Gewandtheit in ſei⸗ nen geſchmeidigen, nervigen Gliedern kreiſen fühlte. Er trug eine Art von Reiſerock von ſchwarzem Sammet mit goldenen Knopflöchern. Die zwei Enden einer geſtickten Jacke erſchienen unterhalb der letzten Knöpfe dieſes Rockes, und eine anliegende Lederhoſe hob Beine hervor, die als Modell für einen Bildhauer hätten dienen können, und dertn ierlihe Formen man durch die gefirnißten Stiefeln errieth.

Sein Geſicht hatte die ganze Beweglichkeit der ſüd⸗ lichen Typen und war eine ſeltſame Miſchung von Kraft und Feinheit: ſein Blick vermochte alle Gefühle auszu⸗ drücken und ſchien, wenn er ſich auf Jemand heftete, zwei Lichtſtrahlen in denjenigen zu tauchen, welchem er galt, um die tiefſte Tiefe ſeiner Seele zu erleuchten. Seine braunen Wangen waren, wie man dies ſogleich ſah, von einer heißeren Sonne als die unſrige verbrannt. Ein großer, aber ſchön geformter Mund endlich öffnete ſich, um eine doppelte Reihe herrlicher Zähne ſehen zu laſſen, welche die Wärme der Geſichtshaut noch weißer erſcheinen ließ. Der Fuß war lang, aber fein, die Hand klein, aber nervig.

Der Mann, deſſen Portrait wir entworfen, hatte kaum zehn Schritte unter den ſchwarzen Tannen gemacht, als er ein raſches Stampfen an der Stelle hörte, wo er ſein Pferd gelaſſe

Seine erſe Bewegung, eine Bewegung, über deren Abſicht man ſich nicht täuſchen konnte, war, zurückzukeh⸗ ren; aber er bemeiſterte ſich, konnte jedoch dem Verlangen, zu ſehen, was aus DOſcherid geworden, nicht widerſtehen, erhob ſich auf den Fußſpitzen und ſchoß einen Blick durch die Lichtung; fortgezogen durch eine unſichtbare Hand, welche den Zaum losgemacht, war Dſcherid bereits ver⸗ ſchwunden.

Die Stirne des Unbekannten faltete ſich leicht und

eetwas wie ein Laͤcheln zog ſeine vollen Wangen und ſeine Lippen mit den feinen Rändern zuſammen.