—
263
„Ja, wenn man für das Vaterland ſtirbt, doch ich fange oſſenbar an zu glauben, daß wir nicht für dasſelbe ſterben; wir ſterben für das Vergnügen derjenigen, welche uns ſterben ſehen. Meiner Treue! Maurice, ich bin Deiner Anſicht, die Republik ekelt mich allmählig an.“
„Den Aufruf,“ ſagte ein Commiſſär an der Thüre.
Mehrere Gendarmen traten in den Saal und ver⸗ ſperrten ſo die Ausgänge, indem ſie ſich zwiſchen das Leben und die Verurtheilten ſtellten, als wollten ſie dieſe verhindern, dorthin zurückzukehren.
Man machte den Aufruf.
Maurice, der den Verurtheilten, welcher ſich mit dem Meſſer von Lorin getödtet, vor dem Tribunal geſehen hatte, antwortete, als man ſeinen Namen ausſprach. Es fand ſich ſodann, daß nur der Todte zu viel war.
Man trug ihn aus dem Saale.
Hätte ſich ſeine Identität nachweiſen laſſen, hätte man in ihm einen Verurtheilten erkannt, ſo wäre er, obgleich todt, mit den Andern gulllotinirt worden.
Die Ueberlebenden wurden gegen den Ausgang ge⸗ trieben.
Sobald einer an der Pforte vorüber kam, band man ihm die Hände auf den Rücken.
Zehn Minuten lang wurde nicht ein Wort unter dieſen Unglücklichen ausgetauſcht.
Die Henker allein ſprachen und handelten.
Maurice, Geneviève und Lorin, die ſich nicht länger halten konnten, preßten ſich an einander, um nicht mehr getrennt zu werden. Dann wurden die Verurtheilten aus der Conciergerie in den Hof getrieben.
Hier war das Schauſpiel gräßlich.
Mehrere wurden beim Anblick der Henkerskarren ſchwach; die Schließer halfen ihnen aufſteigen.
Man hörte hinter den noch geſchloſſenen Thüren die verworrenen Stimmen der Menge, und errieth aus dem Lärmen, daß ſie zahlreich war.
Geneviéve ſtieg mit ziemlich viel Kraft auf den Kar⸗


