Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 5.-8. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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264 ren; Maurice unterſtützte ſie mit dem Ellenbogen. Maurice ſprang raſch hinter ihr auf.

Lorin beeilte ſich nicht. Er wählte ſeinen Platz und ſetzte ſich zur Linken von Maurice.

Die Thuren öſſneten ſich; in den erſten Reihen war Simon.

Die zwei Freunde erkannten ihn, er ſah ſie.

Er ſtieg auf einen Weichſtein, an welchem die Hen⸗ kerskarren vorüberkommen mußten; es waren drei. Der erſte Karren erſchütterte ſich, auf dieſem ſaßen die dre Freunde.

Eil guten Morgen, ſchöner Grenadier, ſagte Simon zu Lorin;ich glaube, Du willſt meinen Kneif verſuchen.

Ja, erwiederte Lorin,und ich werde mir Mühe geben, ihn nicht zu ſchartig zu machen, damit er Dir auch noch das Leder durchſchneiden kann..

Die zwei andern Karren ſetzten ſich, dem erſten fol⸗ gend, in Bewegung.

Ein furchtbarer Sturm von Schreien, von Bravos, von Seufzern, von Verwünſchungen brach um die Verur⸗ theilten her los.

Muth, Genevisve, Muth, flüſterte Maurice.

Oh! erwiederte die junge Frau,ich beklage nicht das Leben, da ich mit Dir ſterbe. Ich beklage es, daß ich die Hände nicht frei habe, um Dich, ehe ich ſterbe, in meine Arme ſchließen zu können.

Lorin, ſagte Maurice,ſuche in meiner Weſten⸗ taſche, Du wirſt ein Federmeſſer darin finden.

Oh, Gott! verſetzte Lorin,wie willkommen iſt mir das Federmeſſer! es demüthigte mich, daß ich gebunden wie ein Kalb in den Tod gehen ſollte.

Maurice ſenkte ſeine Taſche bis zu der Höhe der Hände von Lorin, Lorin nahm das Federmeſſer heraus; dann öffneten ſie es mit einander, Maurice nahm es zwi⸗ ſchen ſeine Zähne und durchſchnitt die Stricke, welche die Hände von Lorin banden.