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„Bürger Greffier, hier iſt ein Papier, mit deſſen Hülfe ein Menſch aus dem Todtenſaale weggehen will; iſt das Papier gut?“
Der Greffier erbleichte vor Schrecken; überzeugt, wenn ar ſchauen würde, müßte er das furchtbare Geſicht von Dirmer erblicken, antwortete er haſtig, indem er das Papier an ſich riß:
„Ja, ja, es iſt meine Unterſchrift.“
„Wenn es Deine Unterſchrift iſt, ſo gib es mir zu⸗ rück,“ ſagte Lorin..
„Nein,“ erwiederte der Greffier, indem er das Papier in tauſend Stücke zerriß,„nein, ſolche Karten können nur für einmal dienen.“.
Lorin blieb einen Augenblick unentſchloſſen.
„Ah! das iſt ſchlimm,“ ſagte er,„doch vor Allem muß ich ihn tödten.“
Und er eilte aus der Kanzlei.
Maurice war Lorin mit einer leicht zu begreifenden Gemüthsbewegung gefolgt; ſobald ſein Freund verſchwun⸗ den, ſagte er zu Geneviève mit einer Begeiſterung, welche der Freude glich:
„Er iſt gerettet; man hat ſeine Karte zerriſſen, er kann nicht zurückkehren; könnte er auch zurückkehren, ſo wird doch die Sitzung des Tribunals beendigt ſein; kommt er um fünf Uhr wieder, ſo ſind wir todt.“
Genevisve ſeufzte und ſchauerte.
„Ohl ſchließe mich in Deine Arme und verlaſſen wir uns nicht mehr,“ ſprach ſie.„Mein Gott! warum iſt es nicht möglich, daß uns ein Streich trifft, damit wir mit einander unſern letzten Seufzer aushauchten!“
Dann zogen ſie ſich in die Tiefe des dunkeln Saales zurück, Genevisve ſetzte ſich ganz nahe zu Maurice und umſchlang mit ihren Armen ſeinen Hals; ſo ſich umfangend, denſelben Athem athmend, zum Vorans in ihrem Innern das Geräuſch und den Gedanken erſtickend, betäubten ſie ſich durch die Gewalt der Liebe gegen das Herannahen des Todes.


