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Kanzlei der Carmes, Du biſt gekommen, um mit dem Bürger Greffier des Palaſtes zu ſprechen; Du haſt ihn aus Neugierde um eine Karte gebeten, um die Verurtheil⸗ ten zu ſehen; Du haſt ſie geſehen, Du biſt befriedigt und ehſt.“
95„Nicht wahr, das iſt ein Scherz?“
„Nein, lieber Freund, hier iſt die Karte, benütze den Vortheil. Du liebſt nicht; Du haſt nicht nöthig, zu ſter⸗ ben, um einige Minuten mehr mit der Vielgeliebten Dei⸗ nes Herzens zuzubringen und keine Sekunde von ihrer Ewigkeit zu verlieren“
„Nun wohl! Maurice,“ ſagte Lorin,„wenn man von hier weggehen kann, was ich nie geglaubt hätte, das ſchwöre ich Dir, warum retteſt Du nicht zuerſt dieſe Frau? Für Dich werden wir ſchon Rath ſchaffen.“
„Unmöglich,“ entgegnete, Maurice, dem ſich das Herz gräßlich zuſammenſchnurte,„ſieh, auf der Karte ſteht ein Bürger und nicht eine Bürgerin, und dann würde Gene⸗ vieve, mich hier zurücklaſſend, nicht weggehen, ſie würde nicht leben wollen im Bewußtſein, daß ich ſterben werde.“
„Nun, da ſie es nicht will, warum ſollte ich es wollen? Glaubſt Du etwa, ich habe weniger Muth als eine Frau?“
„Nein, mein Freund, ich weiß im Gegentheil, daß Du der Muthigſte der Männer biſt; doch nichts in der Welt vermöchte Deine Halsſtarrigkeit in einem ſolchen Falle zu entſchuldigen. Vorwärts, Lorin, benütze den Augenblick und gewähre uns die höchſte Freude, Dich frei und glücklich zu wiſſen.“
„Glücklich!“ rief Lorin,„ſcherzeſt Du? Gliücklich! ich glücklich ohne Euch? Ei, was Teufels ſoll ich denn in dieſer Welt machen ohne Euch; was ſoll ich in Paris machen, aller meiner Gewohnten beraubt, wenn ich Euch nicht mehr ſehen, nicht mehr mit meinen Reimſylben lang⸗ weilen fönnte! Ah, bei Gott! nein.“
„Lorin, mein Freund!...“ „Gerade weil ich Dein Freund bin, beharre ich auf *


