Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 5.-8. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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Seltſamer Weiſe ſchauten alle dieſe hier verſammel⸗ ten Unglücklichen, welche mit einander ſterben ſollten, kaum das rührende Gemälde an, das ihnen Unglückliche ihres Gleichen boten.

Jeder hatte zu viel mit ſeinen eigenen Gemüthsbewe⸗ gungen zu thun, um Antheil an den Gefühlen der Anderen zu nehmen.

Die drei Freunde blieben einen Augenblick in einer ſtummen, glühenden, beinahe freudigen Umarmung vereinigt.

Lorin machte ſich zuerſt von der ſchmerzlichen Gruppe los.

Du biſt auch verurtheilt? ſagte er zu Maurice. Ja, antwortete dieſer.

SOh, Gluck! flüſterte Genevisve.

Ddie Freude von Leuten, welche nur noch eine Stunde

zu leben haben, kann nicht einmal ſo lange dauern, als

ihr Leben.

Nachdem Maurice Geneviéve mit jener glühenden tiefen Liebe, die er für ſie im Herzen trug, angeſchaut, nachdem er ihr für das zugleich ſehnſüchtige und zärtliche Wort, welches ihr entſchlüpft, gedankt hatte, wandte er ſich gegen Lorin um und ſagte, während er zugleich in ſeine Hand die beiden Hände von Genevieve nahm:

Nun laß uns mit einander reden.

Ahl ja, reden wir, erwiederte Lorin;doch wenn ns hr auch Zeit bleibt. Was willſt Du mir ſagen, prich? 8

Du biſt meinetwegen verhaftet, ihretwegen verurtheilt worden, während Du nichts gegen die Geſetze begangen haſt; da Geneviéve und ich unſere Schuld bezahlen, ſo geziemt es ſich nicht, daß man Dich zu gleicher Zeit mit uns bezahlen läßt.

Ich begreife Dich nicht.

Lorin, Du biſt frei.

Frei, ich! Du biſt verrückt.

Nein, ich bin nicht verrückt und wiederhole Dir, daß Du frei biſt; hier iſt eine Durchlaßkarte. Man wird Dich fragen, wer Du ſeiſt: Du biſt ein Beamter in der

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