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Der Saal war düſter und nur durch die Scheiben eines Verſchlages, der zwiſchen dieſem und der Kanzlei ſtand, beleuchtet.
Eine weiß gekleidete, halb ohnmächtige Frau lag in einer Ecke an die Wand angelehnt.
Ein Mann ſtand mit gekreuzten Armen vor ihr; er ſchüttelte von Zeit zu Zeit den Kopf und zögerte, mit ihr zu ſprechen, aus Furcht, ihr das Gefühl zurückzugeben, das ſie verloren zu haben ſchien.
Um dieſe Perſon her ſah man verworren die Verur⸗ theilten ſich bewegen, welche ſchluchzten oder patriotiſche Hymnen ſangen.
Andere gingen mit großen Schritten auf und ab, als
wollten ſie dem Gedanken entfliehen, der ſie zermarterte.
Es war wohl das Vorzimmer des Todes und die Ausſtattung machte es dieſes Namens würdig.
Man ſah hier Särge mit Stroh gefüllt ſich halb öffnen, als wollten ſie die Lebendigen rufen: dies waren Ruhebetten, proviſoriſche Gräber.
Ein großer Schrank erhob ſich an der der Glasthüre entgegengeſetzten Wand.
Ein Gefangener öffnete ihn aus Neugierde und wich voll Grauen zurück.
Der Schrank enthielt die blutigen Kleider der am Tage zuvor Hingerichteten, und lange Haarflechten hingen da und dort herab; dies waren die Trinkgelder des Hen⸗ kers, der ſie an die Verwandten verkaufte, wenn ihn nicht die Behörde beauftragte, die theuren Reliquien zu verbrennen.
Bebend, außer ſich, hatte Maurice kaum die Thüre ulit als er dieſes ganze Gemälde mit einem Blick über⸗ chaute.
Er machte drei Schritte im Saal und fiel zu den Füßen von Genevieve nieder.—
Die arme Frau ſtieß einen Schrei aus, den Maurice mit ſeinen Lippen erſtickte.
Lorin ſchloß weinend ſeinen Freund in ſeine Arme, es waren dies die erſten Thränen, die er vergoſſen.


