32
fünf Fuß drei Zoll, blonde Haare, blaue Augen, gerade Naſe, kaſtanienbrauner Bart, rundes Kinn, ſanfte Stimme, frauenartige Hände... fünf und dreißig bis ſechs und dreißig Jahre.“
Bei dieſem Signalement durchdrang ein ſeltſamer Schimmer den Geiſt von Maurice; er dachte an den jun⸗ gen Mann, der am Tage zuvor die Muscadins befehligt, ihn und Lorin gerettet und ſo entſchloſſen mit ſeinem Sappeurſäbel auf die Marſeiller eingehauen hatte.
„Alle Wetter!“ murmelte Maurice,„ſollte er es ſein? In dieſem Fall wäre die Anzeige, welche behauptet, man habe mich mit ihm ſprechen ſehen, nicht falſch.“
„Nun, Maurice,“ fragte der Präſident,„was ſagſt Du hiezu, mein Freund?“
„Ich ſage Dir, daß ich Dir glaube,“ antwortete Maurice, indem er voll Traurigkeit nachſann, denn ſeit einiger Zeit trübte irgend ein ſchlimmer Einfluß ſein Leben, und er ſah alle Dinge um ſich her düſter werden.
„Setze nicht ſo Deine Popularität auf das Spiel,
Maurice,“ fuhr der Präſident fort,„die Popularität iſt
heute das Leben. Die Impopularität, nimm Dich wohl
in Acht, iſt der Verdacht des Verraths, und der Bürger
Maurice Lindey darf nicht den Verdacht eines Verräthers
auf ſich ziehen.“
Maurice hatte nichts auf eine Lehre zu erwiedern, von der er fühlte, daß ſie die ſeinige war. Er dankte ſeinem alten Freunde und verließ die Section.
„Ah!“ murmelte er,„athmen wir ein wenig, das iſt zu viel des Verdachts und des Kampfes Gehen wir
gerade zur Ruhe, zur Unſchuld und zur Freude, gehen
wir zu Geneviéve.“ Und er ſchlug den Weg nach der Vieille⸗Rue⸗Saint⸗
Jacques ein.
8
Als er zu dem Meiſter Rothgerber kam, unterſtützten Dirmer und Morand Geneviève, welche unter einem hef⸗
tigen Nervenanfalle litt.
——
G 8 .
1


