Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 5.-8. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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Suh vorüber, ſie hat Erlaubniß, im Garten ſpazieren zu gehen. Ich weiß es wohl, ſprach die Alte,und ich bin gekommen, um ſie hier zu erwarten: da man mich nicht zu ihr hinauflaſſen wollte und ich ſie um Verzeihung zu bitten hatte, ſo mußte ich ſie erwarten.

Warum wollte man Sie nicht hinaufgehen laſſen?

fragte die Königen. Die Tiſon lachte und erwiederte: 2, ſie behaupten, ich ſei närriſch.

Die Königin ſchaute ſie an und ſah wirklich in den irren Augen dieſer Unglücklichen jenen ſeltſamen Refler glänzen, welcher die Abweſenheit des Geiſtes andeutet.

O mein Gott! ſprach ſie,arme Frau, was iſt Ihnen denn begegnet?

Es iſt mir begegnet... wiſſen Sie denn nicht? erwiederte die Frau;doch wohl, Sie wiſſen es, da ſie Ihretwegen verurtheilt worden iſt.

Wer?

Heloiſe.

Ihre Tochter?

Ja ſie.. meine arme Tochter!

Berurtheilt... Durch wen? wie? warum?

Weil ſie den Strauß verkauft hat...4

Was für einen Strauß 2

Den Nelkenſtrauß... Sie iſt doch kein Sträußer⸗ mädchen, ſagte die Tiſon, als ob ſie ihre Erinnerungen zu ſammeln ſuchte,wie konnte ſie dieſen Strauß ver⸗ kaufen?. 4 Die Königin bebte. Ein unſichtbares Band verknüpfte dieſe Scene mit der gegenwärtigen Lage; ſie begriff, daß ſie keine Zeit mit einem unnützen Geſpräche verlieren durfte.

Meine gute Frau, ſagte ſie,ich bitte, laſſen Sie mich vorbei, Sie werden mir ſpäter Alles dies erzählen.

Nein, auf der Stelle, Sie müſſen mir verzeihen; ich muß Ihnen fliehen helfen, damit er meine Tochter dettet...