Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 5.-8. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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Wendeltreppe zu erfüllen und bis zu der Königin herauf⸗ zuſteigen. 4 Es⸗find die Wachen, die man ablöſt, ſagte ſie. Man wird kommen und uns holen. Sie ſah, daß ihre Schwägerin und ihre Tochter er⸗

bleichten. Muth, ſprach ſie, ebenfalls erbleichend. Es iſt Mittag, rief man von unten.Laßt die*

Gefangelten herabgehen. Wiſind hier, meine Herren, antwortete die Kö⸗

nigin, welche in einem Gefühle, in das ſich beinahe Be⸗ dauern miſchte, mit einem letzten Blick die ſchwarzen Mauern betrachtete und von den Geräthſchaften, dieſen, wenn nicht gerade groben, doch wenigſtens einfachen Ge⸗ fährten ihrer Gefangenſchaft, Abſchied nahm.

Die erſte Pforte öffnete ſich, ſie ging auf den Cor⸗ ridor. Der Corridor war düſter und in der Dunkelheit konnten die drei Gefangenen ihre Aufregung verbergen. Der kleine Black ging voraus; als man aber an die zweite Pforte, das heißt an die Thüre gekommen war, von der Marie Antoinette ihre Augen abzuwenden ſuchte, drückte das treue Thier ſeine Schnauze auf die breitköpfi⸗ gen Nägel und ließ nach mehreren kläglichen Schreien ein ſchmerzliches, lange ausgedehntes Stöhnen hören. Die Königin ging raſch vorüber, ohne daß ſie die Kraft hatte, ihren Hund zurückzurufen, und indem ſie die Wand ſuchte, um ſich daran zu ſtützen. 85

Nachdem ſie ein paar Schritte gemacht, verſagten der Königin ihre Beine den Dienſt und ſie war genöthigt, ſtille zu ſtehen. Ihre Schwägerin und ihre Tochter nä⸗ herten ſich ihr; die drei Frauen blieben einen Augenblick unbeweglich und bildeten eine ſchmerzliche Gruppe, wobei b Mußer ihre Stirne auf den Kopf von Madame Royale

ützte. 8 Der kleine Black holte ſie wieder ein. Nun, rief die Stimme,kommen Sie herab oder kommen Sie nicht herab?