Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 1.-4. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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Heloiſe Tiſon iſt nur ein armes Mädchen, ich weiß es ebenfalls; doch auf der Guillotine ſind wir Alle gleich.

Nun es ſei, ſprach der Mann mit dem Mantel, rette ſie und ich werde ſie retten.

Schwöre.

Ich ſchwöre.

Bei was?

Bei was Du willſt.

Haſt Du eine Tochter?

Nein.

Nun, verſetzte die Tiſon, indem ſie ihre Arme ent⸗ muthigt fallen ließ,bei was willſt Du ſchwören?

Höre, ich ſchwöre Dir bei Gott.

Bah! entgegnete die Tiſon,Du weißt wohl, daß ſie den alten abgeſchafft und den neuen noch nicht ge⸗ macht haben.

Ich ſchwöre Dir bei dem Grabe meines Vaters.

Schwöre nicht bei einem Grabe, das würde ihr Unglück bringen Oh! mein Gott, mein Gott! wenn ich bedenke, daß ich in drei Tagen auch bei dem Grabe mei⸗ ner Tochter ſchwören werde. Meine Tochter, meine arme Heloiſe!... rief die Tiſon in ein ſo gewaltiges Ge⸗ ſchrei ausbrechend, daß ſich mehrere Fenſter öffneten.

Bei dem Anblicke der Fenſter, welche man da und dort öffnete, ſchien ſich ein anderer Mann von der Mauer zu trennen und ging auf den erſten zu.

Es iſt mit dieſer Frau nichts zu machen, ſagte der Erſte zum Zweiten,ſie iſt wahnſinnig.

Nein, ſie iſt Mutter, ſprach dieſer und zog ſeinen Gefährten fort.

Als die Tiſon ſah, wie ſie ſich entfernten, ſchien ſie zu ſich zu kommen.

Wohin geht Ihr? rief ſie,wollt Ihr Heloiſe ret⸗ ten? Dann wartet auf mich, ich gehe mit Euch. Wartet auf mich, wartet doch auf mich!

Und die arme Mutter verfolgte ſie brüllend; doch an der Ecke der nächſten Straße verlor ſie dieſelben aus dem