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Tochter ſein, ſondern ſie ſelbſt. Man ſchneide mir den Hals ab, und rette meine Tochter. Man führe mich nach der Guillotine unter der Bedingung, daß kein Haar von ihrem Hanpte fällt, und ich werde auf dem Wege nach der Guillotine ſingen:
„Ahl çHa ira, ga ira ga ira
„Les Htawonaſos à IEamterns,A
Und die Tiſon fing an mit einer furchtbaren Stimme zu ſingen; doch ſie unterbrach ihren Geſang plötzlich durch ein ſchallendes Gelächter.
Der Mann in dem Mantel ſchien ſelbſt erſchrocken über dieſen Anfang des Wahnſinns und machte einen Schritt rückwärts.
„Oh! Du wirſt Dich nicht ſo entfernen,“ ſagte die Tiſon in Verzweiflung, indem ſie ihn an ſeinem Mantel zurückhielt;„man kommt nicht und ſpricht zu einer Mutter: „„Thue das und ich rette Dir Dein Kind,““ um hernach zu ſagen:„„Vielleicht!““ Wirſt Du ſie retten?“
„Ja.“ 3
„Wann dies?“
„An dem Tag, wo man ſie von der Conciergerie nach dem Schaffot führt.“
„Warum warten? Warum nicht in dieſer Nacht, dieſen Abend, auf der Stelle?“
„Weil ich nicht kann.“
„Ahl Du ſiehſt wohl, Du ſiehſt wohl,“ rief die Tiſon, „Du ſiehſt, daß Du nicht kannſt, aber ich kann.“
„Was kannſt Du?“
„Ich kann die Gefangene, wie Du ſie nennſt, verfol⸗ gen, ich kann die Königin, wie Du ſagſt, überwachen, Du Ariſtokrat! Ich kann zu jeder Stunde des Tags und der Nacht in das Gefängniß, und werde Alles dies thun. Wir werden wohl ſehen, ob ſie entflieht, wir wer⸗ den ſehen, ob ſie durchkommen ſoll, da man meine Tochter nicht retten will. Kopf für Kopf, willſt Du? Madame Veto iſt Königin geweſen, ich weiß es wohl,


