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„Für die Qualen, die Du einer armen Mutter, wie Du biſt, bereitet haſt.“—
„Von wem ſprechen Sie? Was wollen Sie damit ſagen?“
„Du haſt oft Deine Gefangenen ganz nahe an den Rand der Bereſßane indem Du in dieſem Augenblick einher⸗ gehſt, durch Deine Anzeigen und Deine Rohheiten geführt.
Goottt ſtraft Dich, indem er das Mädchen, das Du ſo ſehr
geliebt, dem Tode überantwortet.“—
„Sie haben geſagt, es gebe einen Menſchen, der meine Tochter retten könne... Wo iſt dieſer Menſch! Was will er? Was verlangt er?“
„Dieſer Menſch will, daß Du aufhörſt die Königin zu verfolgen, daß Du ſie um Verzeihung bitteſt wegen der Beleidigungen, die Du ihr zugefügt haſt, und daß Du, wenn Du wahrnimmſt, daß dieſe Frau, welche ſelbſt eine leidende, weinende, verzweifelnde Mutter iſt, durch einen unmöglichen Umſtand, durch ein Wunder des Himmels ſich zu retten im Begriff iſt, ſtatt ſich ihrer Flucht zu widerſetzen, ſie mit allen Deinen Kraͤften unterſtützeſt.“
„Höre, Bürger, nicht wahr, Du ſt dieſer Menſch?“
„Nun wohl?“
„Du verſprichſt, meine Tochter zu retten?“
Der Unbekannte ſchwieg.
„Verſprichſt Du es mir? Machſt Du Dich dazu anheiſchig? Schwörſt Du es mir? Stehſt Du mir da⸗ für? Antworte!“
„Höre: Alles, was ein Menſch thun kann, um eine Frau zu retten, werde ich thun, um Dein Kind zu retten“
„Er kann ſie nicht retten!“ ſchrie die Tiſon unter lautem Geheule.„Er kann ſie nicht retten! er log, als er ſie zu retten verſprach.“
„Thue, was Du für die Königin vermagſt, und ich werde thun, was ich für Deine Tochter vermag.“
„Was iſt mir an der Königin gelegen, es iſt eine Mutter, die eine Tochter hat, und nichts Anderes. Wenn man Jemand den Kopf abſchlägt, ſo wird es nicht ihre


