ohne Zweifel vor Euch führen wird, gehört werde.“
„Nein,“ rief Simon,„das iſt abermals ein falſcher Zeuge, ein Parteigänger der Ariſtokraten. Ueberdies brennt die Bürgerin Tiſon vor Begierde, das Gericht zu erleuchten.“
Während dieſer Zeit ſprach Lorin leiſe mit Maurice.
„Ja,“ riefen die Tribunen,„ja, die Anzeige der Frau Tiſon; ja, ja, ſie ſoll ihre Anzeige machen!“
„Iſt die Buͤrgerin Tiſon im Saale?“ fragte der Präſident.
„Allerdings iſt ſie da,“ rief Simon.„Bürgerin Tiſon, ſage doch, daß Du da biſt.“
„Hier bin ich, mein Präſident,“ ſprach die Gefangen⸗ wärterin;„doch wird man mir meine Tochter zurückgeben, wenn ich die Anzeige mache?“
„Deine Tochter hat nichts mit der Angelegenbeit zu ſchaffen, die uns in Anſpruch nimmt,“ erwiederte der Präſident;„rede zuerſt und wende Dich dann an die Gemeinde, um Dein Kind wieder zu verlangen.“
„Hörſt Du? der Bürger Präſident befiehlt Dir, Deine Anzeige zu machen,“ rief Simon,„ſprich alſo auf der Stelle.“
„Einen Augenblick Geduld,“ ſagte der Präſident, in⸗ dem er ſich, erſtaunt über die Ruhe des gewöhnlich ſo auf⸗ brauſenden jungen Mannes, gegen Maurice umwandte, „Bürger Municipal, haſt Du nicht zuvor etwaß zu ſprechen?“
„Nein, Bürger Präſident, außer etwaͤ, daß ed, ehe er einen Mann, wie ich bin, einen Feigen und Verräther nannte, geſcheiter von Simon geweſen wäre, wenn er ge⸗ wartet haben würde, bis man beſſer unterrichtet hätte.“
„Was ſagſt Du? was ſagſt Du? wiederholte Simon mit dem ſpöttiſchen Tone des Menſchen aus dem Volk, der dem Pariſer Pöbel eigenthümlich iſt.
„Ich ſage,“ erwiederte Maurice mehr traurig als
zornig,„ich ſage, daß Du ſogleich grauſam geſtraft ſein
wirſt, wenn Du ſiehſt, was geſchieht.“ „Und was wird denn geſchehen?“ fragte Simon.


