Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 1.-4. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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39 trag, einem von ſeines Gleichen zu folgen, ſich etwas ge⸗ demüthigt fühlte, nicht wieder kam.

Sobald Maurice allein war, zerknitterte er den Brief voll Aerger, zog den Ring von ſeinem Finger, legte ihn mit dem zerknitterten Brief auf den Nachttiſch und wandte ſich mit der Naſe gegen die Wand um, in der tollen An⸗ maßung, abermals einſchlafen zu wollen; doch nach Ver⸗ lauf einer Stunde kam Maurice von dieſer Prahlerei zu⸗ rück, küßte den Ring und las den Brief abermals: der Ring war ein ſehr ſchöner Saphir.

Der Brief war, wie geſagt, ein reizendes kleines Bil⸗ let, das auf eine Meile nach der Ariſtokratie roch.

Als Maurice ſich dieſer Prüfung hingab, öffnete ſich ſeine Thüre. Manrice ſteckte ſeinen Ring wieder an ſeinen Finger und verbarg den Brief unter ſeinem Kopfkiſſen. War es die Scham einer entſtehenden Liebe? War es die Beklommenheit eines Patrioten, welcher nicht will, daß man erfahre, er ſtehe in Verbindung mit Leuten, die ſo unklug ſeien, ein Billet zu ſchreiben, deſſen Wohlgeruch allein ſowohl die Hand, die es geſchrieben, als die, welche es entſiegelte, gefährden konnte?

Der Eintretende war ein als Patriot gekleideter jun⸗ ger Mann, doch als Patriot von der höchſten Eleganz. Seine Carmagnole war von feinem Tuch, ſeine Hoſe von Caſimir und ſeine Strümpfe von feiner Seide. Was ſeine phrygiſche Mütze betrifft, ſo hätte ſie in Beziehung auf ihre zierliche Form und ihre ſchöne Purpurfarbe die von Paris ſelbſt beſchämt.

Er trug dabei in ſeinem Gürtel ein Paar Piſtolen aus der königlichen Erfabrik von Verſailles und einen ge⸗ raden, kurzen Säbel, dem der Zöglinge des Marsfeldes ähnlich. 3 Ah! Du ſchläfſt, Brutus, und das Vaterland iſt in Gefahr, ſagte der Eintretende.Pfui doch!

Nein, Lorin, verſetzte Maurice lachend,ich ſchlafe nicht, ich träume Ja, ich begreife.