40 „Wohl, ich, ich begreife nicht.“ „Bah!“
„Von wem ſprichſt Du? Wer iſt dieſe Eucharis?“
„Nun! die Frau.“
„Was für eine Frau?“
„Die Frau der Rue Saint⸗Honoré, die Frau der Patrouille, die Unbekannte, für welche wir, Du und ich, geſtern Abend unſern Kopf gefährdet haben!“
„Ohl ja,“ ſprach Maurice, der vollkommen wußte, was ſein Freund ſagen wollte, aber ſich nur den Anſchein gab, als verſtünde er ihn nicht,„die unbekannte Frau!“
„Nun! wer war es?“
„Ich weiß es nicht.“
„War ſie hübſch?“
„Bah!“ machte Maurice, verächtlich die Lippen ver⸗ ziehend.
„Eine bei irgend einem Liebesrendezvous vergeſſene arme Frau.
„Ja uns arme Menſchenkinder Plagt die Liebe unabläßig.“
„Es iſt möglich,“ murmelte Maurice, dem der Ge⸗ danke, welchen er Anfangs gehabt hatte, zu dieſer Stunde gewaltig widerſtrebte, und der lieber in ſeiner ſchönen Unbekannten eine Verſchwörerin, als eine verliebte Frau ſehen wollte.
„Und wo wohnt ſie?“
„Ich weiß es nicht.“
„Gehe doch! Du weißt es nicht, unmöglich!“
„Warum?“
„Du haſt ſie zurückgeführt.“
„Sie iſt mir auf dem Pont Marie entkommen.“
„Dir entkommen!“ rief Lorin mit einem ungeheuren Gelächter.„Eine Frau Dir entkommen, gehe doch.“
„Kann die Taub dem Geier entfliehen, Wenn der Lüfte Tyrann in den Krallen ſie hält?


