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doppelten, wie mit chineſcher Tuſche gezeichneten Augbraue, zwei mantelartig geſchlitzte, ſammetne, ſchmachtende Augen, eine Naſe von der ausgezeichnetſten Form und Lippen, friſch und glänzend wie Korallen ſehen.
„Ohl Sie ſind ſchön, ſehr ſchön, zu ſchön!“ rief Maurice.
„Schließen Sie die Augen,“ ſagte die Unbekannte.
Maurice gehorchte.
Die junge Frau nahm ſeine zwei Hände in die ihrigen und drehte ihn, wie ſie wollte. Plötzlich ſchien ſich eine duftende Wärme ſeinem Geſichte zu nähern, und ein Mund ſtreifte ſeinen Mund und ließ zwiſchen ſeinen beiden Lippen den Ring, den er ausgeſchlagen hatte.
Es war ein Gefuhl, raſch wie der Gedanke, bren⸗ nend wie eine Flamme. Maurice hatte eine Empfindung, welche beinahe dem Schmerze glich, ſo unerwartet war ſie, ſo ſehr war ſie in die Tiefe des Herzens gedrungen und hatte die geheimſten Fibern deſſelben beben gemacht.
Er machte eine ungeſtuͤme Bewegung und ſtreckte die Arme vor ſich aus.
„Ihr Schwur!“ rief eine bereits entfernte Stimme. Maurice drückte ſeine krampfhaft zuſammengezogenen Hände auf ſeine Augen, um der Verſuchung, meineidig zu werden, zu widerſtehen. Er zählte nicht mehr, er dachte nicht mehr, er blieb ſtumm, unbeweglich, ſchwankend.
Nach einem Augenblick hörte er etwas wie das Ge⸗ raͤuſch einer Thüre, die ſich auf fünfzig oder ſechzig Schritte von ihm ſchloß. Dann wurde wieder Alles ſtill und ſchweigſam.
Nun löſte er ſeine Finger, öffnete die Augen wieder und ſchaute umher wie ein Erwachender, und er hätte vielleicht geglaubt, er erwache wirklich und Alles, was ihm begegnet, ſei nur ein Traum geweſen, hätte er nicht zwiſchen ſeinen Lippen den Ring feſtgehalten, der dieſes unglaubliche Abenteuer zu einer unbezweifelbaren Wahr⸗ heit machte. 3


