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„Hören Sie,“ ſprach ſie nach einem kurzen Still⸗ ſchweigen, das nur durch einen Seufzer unterbrochen worden war, welchen Maurice vergebens zu erſticken geſucht hatte. „Hören Siel ſchwören Sie mir bei Ihrer Ehre, Ihre Augen von dem Momente an, wo ich es ſagen werde, bis zu dem, wo Sie ſechzig Secunden gezählt haben, geſchloſſen zu halten; doch hier... bei Ihrer Ehre.“
„Und wenn ich ſchwöre, was wird geſchehen?“
„Es wird geſchehen, daß ich Ihnen meine Dankbar⸗ keit beweiſe, wie ich ſie nie einem Menſchen zu beweiſen gelobe, würde man auch mehr für mich thun, als Sie für
mich gethan haben, was übrigens ſchwer wäre.“
„Aber darf ich denn nicht wiſſen... 2“
„Nein, vertrauen Sie mir, und Sie werden ſehen.“
„In der That, Madame, ich weiß nicht, ob Sie ein Engel oder ein Teufel ſind.“
„Schwören Sie?“
„Nun ja, ich ſchwöre.“
„Was auch geſchehen mag, Sie werden die Augen nicht öffnen... was auch geſchehen mag, verſtehen Sie meh Und ſollten Sie ſich von einem Dolchſtoße getroffen
ühlen.“
„Bei meinem Ehrenwort, Sie betäuben mich mit
dieſer Forderung.“
„Ei, ſo ſchwören Sie doch, mein Herr, Sie wagen, wie mir ſcheint, nicht viel.“
„Nunl ich ſchwöre, was mir auch begegnen mag,“ ſagte Maurice und ſchloß halb die Augen.
Er blieb ſtehen.
„Laſſen Sie mich Sie nur noch einmal ſehen, nur ein einziges Mal, ich flehe Sie an,“ ſprach er.
Die junge Frau ſchlug ihren Capuchon mit einem Lächeln zurück, das nicht ganz von Coquetterie frei war;z und bei dem Schimmer des Mondes, der in dieſem Augen⸗ blick zwiſchen zwei Wollen durchſchlüpfte, konnte er zum zweiten Male dieſe langen, in ebenholzſchwarzen Locken herabhängenden Haare, den vollkommenen Bogen einer


