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„Und Sie hätten das Schaffot vorgezogen?“
„Dem Verrath... meinen Namen nennen hieß ver⸗ rathen!“
„Ich ſagte Ihnen wohl, daß Sie mich eine ſonder⸗ bare Rolle fuͤr einen Republikaner ſpielen ließen!“
„Sie ſpielen die Rolle eines edelmüthigen Mannes. Sie finden eine arme Frau, die man beleidigt, Sie ver⸗ achten ſie nicht, obgleich ſie vom Volke iſt, und da ſie abermals beleidigt werden kann, ſo führen Sie dieſe Frau, um ſie aus dem Schiſſbruch zu retten, bis zu dem elenden Quartiere zuruck, das ſie bewohnt: das iſt das Ganze.“
„Ja, Sie haben Recht, dem Anſcheine nach; das hätte ich glauben können, wenn ich Sie nicht geſehen, wenn Sie nicht mit mir geſprochen hätten Doch Ihre Schönheit, Ihre Sprache bezeichnen eine Frau von Di⸗ ſtinction; gerade aber dieſe Diſtinction, im Gegenſatz mit Ihrer Kleidung und dieſem elenden Quartier, beweiſt mir, daß Ihr Ausgang zu dieſer Stunde irgend ein Geheimniß verbirgt; Sie ſchweigen... ſprechen wir nicht mehr da⸗ von. Sind wir noch fern von Ihrer Wohnung, Madame?“
In dieſem Augenblick traten ſie in die Rue des Foſſés⸗ Saint⸗Victor, durch die Rue de Seine.
„Sie ſehen jenes kleine, ſchwarze Gebäude?“ ſagte die Unbekannte, indem ſie die Hand gegen ein Haus aus⸗ ſtreckte, das jenſeits der Mauern des Jardin des Plantes lag.
„Sehr gut, Madame. Befehlen Sie, ich bin da, um zu gehorchen.“
„Sie werden ärgerlich?“
„Ich! nicht im Geringſten; was iſt übrigens Ihnen daran gelegen?“
„Es iſt mir viel daran gelegen, denn ich habe mir von Ihnen noch etwas zu erbitten.“
„Was?“
„Einen ſehr herzlichen und liebevollen Abſchied, einen Freundesabſchied!“
Einen Freundesabſchied! oh! Sie erweiſen mir zu viel Ehre, Madame. Ein ſeltſamer Freund, der nicht


