22 des Stadthauſes, wo wir die Wache haben, und dort wer⸗
den wir die Sache näher unterſuchen.“ 1
„Keines Wegs, keines Wegs,“ entgegnete der Anfüh⸗ rer der erſten Truppe.„Sie gehört uns und wir werden ſie bewachen.“
„Ah! Bürger, Bürger,“ rief Lorin,„wir werden
uns ärgern“ 1* 3
„Aergert Euch oder ärgert Euch nicht, das iſt uns, beim Teufel! gleichgultig. Wir ſind wahre Soldaten der Republik, und während Ihr in den Straßen patrouillirt, gehen wir hin und vergießen unſer Blut an der Gränze.“
„Nehmt Euch in Acht, daß Ihr es nicht auf dem Wege vergießt, Bürger, und das könnte Euch wohl begeg⸗ nen, wenn Ihr nicht artiger ſeid.“
„Die Artigkeit iſt eine Ariſtokraten⸗Tugend, und wir ſind Sans⸗culottes,“ erwiederten die Freiwilligen.
„Schweigt doch,“ verſetzte Lorin,„ſprecht nicht von
dergleichen Dingen vor dieſer Frau. Sie iſt vielleicht eine Engländerin. Aergere Dich nicht über eine ſolche Vermuthung, mein ſchöner Nachtvogel,“ fügte er bei, in⸗ dem er ſich galant an die Unbekannte wandte:
„Höret, was ein Dichter ſprach,
Leiſe hallen wir es nach:
Was iſt der Britten weites Reich?n Ein Schwanenneſt in ungemeßnem Teich.“
„Ahl Du verräthſt Dich,“ rief der Anführer der Freiwilligen;„ahl Du geſtehſt zu, daß Du eine Creatur von Pitt, ein Beſoldeter von England, ein...“
„Stille,“ ſagte Lorin,„Du verſtehſt nichts von der Poeſie, mein Freund; ich will auch in Proſa mit Dir ſprechen. Höre, wir ſind ſanfte, geduldige Nationalgarden, aber insgeſammt Kinder von Paris, was ſo viel ſagen will, daß wir, wenn man uns die Ohren erhitzt, gehörig zuſchlagen.“.
„Madame,“ ſprach Maurice,„Sie ſehen, was vor⸗
geht, und errathen, was vorgehen wird: in fünf Minuten
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