Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 1.-4. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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jedoch ſagen: ich heiße Maurice Lindey und habe am zehnten Auguſt eine Kanonierbatterie commandirt. Ich bin Lieutenant der Nationalgarde und Secretaire der Section der Bruͤder und Freunde. Genügt Dir das?

Ah! Bürger Lieutenant, antwortete der Anführer, ſtets bedroht durch die Klinge, deren Spitze er immer ſchwerer fühlte,das iſt etwas Anderes. Wenn Du wirklich biſt, was Du ſagſt, nämlich ein guter Pat⸗ riot...

Ohl ich wußte wohl, daß wir uns nach ein paar Worten verſtehen würden, ſagte der Officier.Nun ant⸗ worte ebenfalls: warum ſchrie dieſe Frau und was thatet Ihr derſelben?.

Wir führten ſie auf den Wachtpoſten.

Und warum führtet Ihr ſie auf den Wachtpoſten?

Weil ſie keine Bürgerkarte hatte, und weil das letzte Deeret der Gemeinde Jeden zu verhaften befiehlt, der ſich nach zehn Uhr Abends in den Straßen von Pa⸗ ris blicken läßt. Vergiſſeſt Du, daß das Vaterland in Gefahr iſt, und daß die ſchwarze Fahne auf dem Stadt⸗ hauſe weht? 3

Die ſchwarze Fahne weht auf dem Stadthauſe, und das Vaterland iſt in Gefahr, weil zweimal hundert tau⸗ ſend Sklaven gegen Frankreich marſchiren, entgegnete der Officier,und nicht weil eine Frau nach zehn Uhr in den Straßen umherläuft! Doch gleichviel, Bürger, es beſteht ein Decret der Gemeinde: Ihr ſeid in Eurem Rechte, und wenn Ihr mir das ſogleich geantwortet hättet, wäre die Erklärung kürzer und minder ſtürmiſch geweſen. Es iſt gut, Patriot zu ſein, es iſt aber auch nicht übel, höflich zu ſein, und der erſte Officier, den die Bürger reſpectiren müſſen, iſt, wie mir ſcheint, derjenige, welchen ſie ſelbſt er⸗ nannt haben. Nun führt dieſe Frau fort, wenn Ihr wollt, Ihr ſeid frei.

O Bürger, rief, den Arm von Maurice ergreifend, die Frau, welche der ganzen Debatte mit tiefer Angſt Der Chevalier von Maiſon⸗Rouge. I. 2