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der im Temple mit ihren Kindern und ihrer Schwägerin eingeſchloſſenen Königin zurückwichen, ſchlüpfte eine Frau, gehüllt in einen Mantel von lila Kattun mit ſchwarzen Tüpfeln, den Kopf bedeckt oder vielmehr begraben durch den Capuchon dieſes Mantels, längs den Häuſern der Rue Saint⸗Honoré hin, verbarg ſich in einer Thürvertiefung oder an einer Mauerecke, ſo oft eine Patrouille erſchien, blieb unbeweglich wie eine Statue, hielt den Athem an, bis dieſe Patrouille vorübergegangen war, und ſetzte dann ihren raſchen, unruhigen Lauf wieder fort, bis ſie eine Gefahr ähnlicher Art zum Stilleſtehen und zur Unbe⸗ weglichkeit zwang., 1
Sie hatte ſo bereits, und zwar ungeſtraft, in Folge der Vorſichtsmaßregeln, die ſie nahm, einen Theil der Rue Saint⸗Honoré durchlaufen, als ſie plötzlich an der Ecke der Rue de Grenelle, nicht auf eine Patrouille, aber auf eine kleine Truppe von den braven Freiwilligen ſtieß, welche in der Getreidehalle geſpeiſt hatten, wobei ihre Vaterlandsliebe durch die zahlreichen Toaſts, die ſie auf ihre künftigen Siege ausgebracht, in Begeiſterung gera⸗ then war..
Die arme Frau gab einen Schrei von ſich und ſuchte durch die Rue du Cog zu entfliehen. 4
„Heda, heda, Bürgerin!“ rief der Anführer der Frei⸗ willigen, denn ſchon, ſo ſehr iſt das Bedürfniß, befehligt zu werden, dem Menſchen natürlich, denn ſchon hatten dieſe würdigen Patrioten ſich Anführer ernannt.„Heda, wohin gehſt Du?“
Die Fluchtige antwortete nicht und ſetzte ihren Lauf fort.
„Schlagt an!“ ſprach der Führer;„das iſt ein ver⸗ kleideter Mann, ein Ariſtokrat, der ſich aus dem Staube macht.“ 8
Und das Geräuſch von zwei oder drei Flinten, welche unregelmäßig auf Hände ſielen, die zu ſehr ſchwankten, um ſicher zu ſein, kündigte der armen Frau den Vollzug der unſeligen Bewegung an. „Nein, nein!“ rief ſie, indem ſie plötzlich anhielt


