Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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drei Schritte im Zimmer und faltete die Hände, als wollte er ſie anflehen.

Die Vicomteſſe wiederholte jedoch ſanft, aber mit fe⸗ ſtem Tone:

Ich habe bereits geſagt, man ſolle mich ankleiden; kleidet mich an.

Die Frauen ſchickten, ſich an zu gehorchen. Pompée verbeugte ſich und ging rückwärts hinaus.

Ach! die roſigen, vollen Wangen hatten der Bläſſe, der Magerkeit der Sterbenden ihre Stelle eingeräumt; ihre immer noch ſchöne und reizend geformte Hand hob ſich durchſichtig und elfenbeinartig mattweiß auf ihre Bruſt, welche die Weiße des Batiſts verdunkelte, in den ſie ge⸗ gehüllt war; unter der Haut liefen ihre bläulichrothen Adern hin... ein Symptom der Erſchöpfung in Folge von langen Leiden. Die Gewänder, welche ſie kurz zuvor ausgezogen hatte, ſielen, ſtatt wie früher ihren zierlichen Wuchs hervorzuheben, in langen und weiten Falten an ihr herab. Man kleidete ſie nach ihrem Begehren, aber die Toilette dauerte lange, denn ſie war ſo ſchwach, daß man dreimal eine Ohnmacht befürchtete; als ſie endlich ange⸗ kleidet war, näherte ſie ſich einem Fenſter. Doch plöͤtzlich zurückweichend, als ob der Anblick des Himmels und der Stadt ſie erſchreckt hätte, ſetzte ſie ſich an einen Tiſch, verlangte Tinte und Feder, und ſchrieb an die Prinzeſſin, um ſich die Gnade einer Audienz zu erbitten. Zehn Mi⸗ nuten nachdem dieſer Brief durch Pompée an die Frau Prinzeſſin abgeſchickt war, hörte man das Geräuſch eines Wagens, welcher vor dem Hotel hielt, und beinahe in dem⸗ ſelben Augenblick wurde Frau von Tourville gemeldet.

Habt Ihr wirklich an die Frau Prinzeſſin geſchrie⸗ ben, um Euch eine Audienz von ihr zu erbitten? fragte Frau von Tourville die Vicomteſſe von Cambes.

Ja, Madame, antwortete Claire;ſollte ſie mir dieſelbe verweigern 2⸗ 4 Ohl im Gegentheil, liebes Kind; ich eile herbei,