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Sie erſchien daher, um die Souveränin zu ſpielen, aber Pompée bemerkte ihr in aller Ehrfurcht, er hätte eine Verordnung, von welcher er nicht abgehen könnte; alle Männer, ſelbſt die Herzoge und Generale, alle Frauen, ſelbſt die Prinzeſſinnen, müßten ſich dieſer Verord⸗ nung fügen, und Frau von Condé mehr als irgend eine Andere, in Betracht, daß nach dem, was vorgefallen, ihr Beſuch eine furchtbare Kriſe herbeiführen könnte.
Der Prinzeſſin, welche ſich einer Pflicht entledigte oder zu entledigen glaubte, war es ſehr willkommen, ſich zurückziehen zu können; ſie ließ ſich das alſo nicht zwei⸗ mal ſagen und entfernte ſich mir ihrem Gefolge.
Am neunten Tage kam Claire wieder zum Bewußt⸗ ſein; während ihres achtmal vierundzwanzig Stunden an⸗ haltenden Deliriums hatte ſie nicht zu weinen aufgehört; obgleich das Fieber in der Regel die Thränen trocknet, ſo hatten doch die ihrigen gleichſam eine Furche unter ihrem Augenliede gegraben, welches von einem roth und blaß⸗ blauen Kreiſe umgeben war, wie das der erhabenen Jung⸗ frau von Rubens.
Am neunten Tage kehrte, wie geſagt, in dem Augen⸗ blick, wo man es am wenigſten erwartete und bereits zu verzweifeln anfing, die Vernunft wie durch einen Zauber bei ihr zurück: ihre Thränen verſiegten, ihre Augen ſchau⸗ ten umher und heſteten ſich mit einem traurigen Lächeln auf ihre Frauen, welche ihr ſo eifrig beigeſtanden waren, und auf Pompée, der ſie ſo gut bewacht hatte; dann blieb ſie einige Stunden ſtumm und auf ihren Ellenbogen ge⸗ lehnt und verfolgte mit ſtarrem Blicke denſelben Gedanken, der immer lebendiger in ihrem wiedergeborenen Geiſte ſich erzeugte und ausbildete.
Plötzlich ſagte ſie, ohne ſich darum zu bekümmern, ob ihre Kräfte ihrem Entſchluſſe entſprächen:
„Man kleide mich an.“
Die Frauen näherten ſich ihr erſtannt und wollten in Chrfurcht und Liebe Einſprache thun. Pompée machte


